Hauptversammlung
Axel Springer setzt auf digitale Medien

Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") will mit digitalen Medien und Firmenübernahmen im In- und Ausland wachsen, gleichzeitig das Kerngeschäft im Printbereich stärken.

dpa-afx BERLIN. Nach einem leichten Umsatzrückgang auf 2,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr rechne Springer für 2007 wieder mit einem Plus, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Berlin.

Je nach Höhe der Investitionen werde Springer ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) unter dem bereinigten Volumen von 340 Mill. Euro im Jahr 2006 in Kauf nehmen. Der Vorstand schlug eine Dividende von 3,50 Euro pro Aktie vor, doppelt so hoch wie im Vorjahr. Der Überschuss legte um 26 Prozent auf 291 Mill. Euro zu.

Springer bleibe der profitabelste deutsche Großverlag, sagte Döpfner. Die Medienbranche stehe aber vor strukturellen Herausforderungen, vor allem auf den Werbemarkt. "Ganz so rosig" sei die Lage im vergangenen Jahr nicht gewesen.

Aktionärsvertreter nannten die Entwicklung der Springer-Aktie mit einem jährlichen Kurswachstum von durchschnittlich 29 Prozent "hervorragend". Während 2002 der Kurs noch bei 49,20 Euro lag, wurde das Papier Ende 2006 mit 136,45 Euro gehandelt. Allerdings sollte die Ausschüttungsquote von zur Zeit 44 Prozent auf 50 Prozent erhöht werden.

Nach der gescheiterten Übernahme von Prosiebensat.1 werde Europas größtes Zeitungshaus die Aktivitäten für das Internet-Fernsehen (Iptv) deutlich ausbauen, sagte Döpfner. Neben dem digitalen Geschäft gehörten der neue Auftritt von "Welt Online" sowie die E-Commerce-Kooperation mit Karstadt-Quelle zu den Schwerpunkten. Zur TV-Strategie Springers zählt auch die Beteiligung an den Regionalsendern Hamburg 1 (27 Prozent) und TV Berlin (27 Prozent) sowie an der führenden türkischen Sendergruppe Dogan TV (25 Prozent). Die Beteiligung an der polnischen TV-Gruppe Polsat (25,1 Prozent) werde zur Zeit von den polnischen Kartellbehörden geprüft.

Trotz der verstärkten Online-Aktivitäten sollte man das deutsche Print-Kerngeschäft "nicht zu Grabe tragen", sagte Döpfner. Die 14-tägliche Programmzeitschrift "TV Guide", die im März erstmals an die Kioske ging, sei ein Beispiel für die anhaltende Bedeutung der Druckprodukte für das Haus.

Die "Bild"-Gruppe habe das Rekordergebnis des Vorjahres übertroffen. "Die Welt" und "Welt Kompakt" hätten im dritten Quartal 2006 mit einer durchschnittlichen Auflage von 270 000 Exemplaren ihr bestes Ergebnis erzielt. Die "Welt"-Gruppe schreibe noch keine schwarzen Zahlen. "Die Chancen dafür sind so groß wie nie zuvor". Wenn es soweit sei, "werden wir das laut herausposaunen", sagte Döpfner. Nach dem Erfolg mit dem Boulevardblatt "Fakt" in Polen will Springer bis zum Sommer über ein ähnliches Blatt in Frankreich entscheiden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erhöhte sich von 338 Mill. Euro 2005 auf 374 Mill. Euro. Auch hier schlug ein Sonderertrag aus der Kirch-Insolvenz zu Buche, ohne den das Ergebnis 2006 bei 340 Mill. Euro gelegen hätte.

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