Hersteller von Bausoftware hat den Umbau abgeschlossen
Nemetschek will Aktionären für 2004 erstmals Dividende zahlen

Nach langer Durststrecke können die die leidgeprüften Aktionäre der Nemetschek AG erstmals auf bessere Zeiten hoffen. „Es wird für 2004 eine Dividende geben“, sagte Vorstandschef Gerhard Weiß dem Handelsblatt vor der morgigen Hauptversammlung in München. Es wäre die erste Dividendenzahlung des Marktführers bei Bausoftware seit dem Börsengang 1999.

mwb MÜNCHEN. „Es geht aufwärts. Unsere Sanierung ist abgeschlossen“, sagte der ehemalige Finanzchef, der Nemetschek seit knapp zwei Jahren führt. „Wir erwarten bei steigenden Umsätzen eine überproportionale Ergebnissteigerung.“ Zwei Jahre habe man sich mehr mit sich selbst, als mit dem Markt und den Kunden beschäftigt. Das sei jetzt vorbei.

Das Unternehmen war nach der übermäßigen Expansion noch unter der Führung des Firmengründers Georg Nemetschek in Schieflage geraten. Zudem belastete die lang anhaltende Baukrise und der Kollaps des Neuen Marktes. Im Zuge des Umbaus mit der Einführung einer Holding-Struktur hat der Konzern in den vergangenen beiden Jahren 300 von ehemals 1 000 Stellen abgebaut. Der Umsatz verringerte sich im Jahr 2003 um 30 Mill. Euro auf 95,6 Mill. Euro. Allerdings gelang mit einem Jahresüberschuss von vier Mill. Euro die Rückkehr in die Gewinnzone. „Wir haben keine Baustellen mehr“, versichert Weiß.

Bis auf eine der 15 erworbenen Tochterfirmen schreiben alle inzwischen wieder schwarze Zahlen. Weiß sieht zudem klare Signale aus dem Markt für neue Investitionen in IT in Deutschland. Auf den Heimatmarkt entfallen 57 % der Umsätze. Hoffnung setzt der Vorstand auf die wachsende Nachfrage nach Software für Umbauten im Bestand sowie mobile PC-Anwendungen am Bau. Weitere Chancen biete die Visualisierungs-Software. Beispielsweise wurde das Kolosseum im Kinofilm „Gladiator“ mit Nemetschek Software rekonstruiert. Im Ausland liegt der Fokus auf Osteuropa sowie Großbritannien. Pläne für eine Online-Plattform wurden dagegen inzwischen aufgegeben.

Der positive Trend hat sich auch im ersten Quartal mit einem Umsatzplus um 4,4 % auf 23 Mill. Euro und einem auf eine Mill. Euro verdoppelten Betriebsergebnis fortgesetzt. Nach drei Monaten steht unter dem Strich ein Überschuss von 0,5 Mill. Euro in den Büchern. Die Liquidität liegt laut Vorstand bei 35 Mill. Euro und die Eigenkapitalquote bei 61 %. „Es hat uns in keiner Situation eine Insolvenz gedroht“, versichert Weiß.

Nach Tiefständen von unter 1 Euro notiert die Aktie zuletzt wieder über 7 Euro, aber deutlich unter dem Emissionskurs von 52 Euro. 30 % der Aktien sind breit gestreut. Die Familie Nemetschek hält unverändert 70 % der Aktien. Das Unternehmen wird nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes kaum noch von Analysten beobachtet.

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