High-Tech-Branche geht gegen neue Bilanzierungsvorschriften auf die Barrikaden
Letzte Runde im Streit um US-Optionen

Anfang der Woche versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte von High-Tech-Firmen im Zentrum von Palo Alto, um lautstark gegen Pläne des Financial Accounting Standards Board (FASB) zu protestieren.

je PORTLAND. Es kommt nicht häufig vor, dass Angestellte gegen eine geplante Änderung der Bilanzierungsvorschriften auf die Straße gegen. Aber Anfang der Woche versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte von High-Tech-Firmen im Zentrum von Palo Alto, um lautstark gegen Pläne des Financial Accounting Standards Board (FASB) zu protestieren. Das Gremium, das in den USA die Regeln für die Rechnungslegung setzt, will vorschreiben, die Gewährung von Aktienoptionen an Mitarbeiter sofort als Kosten zu buchen.

Die Proteste treffen mit dem Ende des Zeitraums zusammen, in dem die Betroffenen zu der geplanten Reform Stellung nehmen konnten, die das FASB noch in diesem Jahr in Kraft setzen möchte. Vor zehn Jahren, als das FASB zum ersten Mal diese Reform versuchte, wurde sie prompt politisch abgeschossen. Auch diesmal ist der Lobbydruck der High-Tech-Branche immens und der zuständige Ausschuss im Repräsentantenhaus votierte bereits mit großer Mehrheit dafür, die Änderung gesetzlich zu blockieren.

Gleichwohl hoffen Befürworter der neuen Bilanzierungsregeln, dass nach dem Sturm um den High-Tech-Crash und die diversen US-Finanzskandale noch genügend Rückenwind für die Reform übrig ist. Richard Shelby, Vorsitzender des Bankenausschusses im Senat, erklärte, er werde alles daran setzen, die Neuregelung durchzudrücken. Eine Gruppe internationaler Investoren appellierte in einem Brief an das FASB, sich nicht einschüchtern zu lassen. Die Reform sei notwendig, um das Vertrauen in die US-Kapitalmärkte wieder herzustellen. Ausländische Anleger hätten durch die Bilanzierungsskandale in den vergangenen Jahren Milliarden verloren.

Mit der Gewährung von Optionen, die das Recht geben, Aktien zu einem festgesetzten Preis zu erwerben, ist die US-High-Tech-Branche groß geworden. Zahllose Mitarbeiter, die das Risiko akzeptierten, das mit dieser Art der Entlohnung verbunden war, wurden im Boom der 90er Jahre Millionäre. Junge Firmen mit großen Aussichten konnten die besten Talente anwerben, ohne hohe Gehälter zahlen zu müssen.

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