Hintergrund
„MoPo“: Von der SPD-Zeitung zum Spielball der Kaufleute

Die „Hamburger Morgenpost“ geht an den britischen Finanzinvestor David Montgomery. Das ist der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Besitzerwechseln.

HB HAMBURG. Die „Hamburger Morgenpost“ ist die einzige in Hamburg erscheinende Tageszeitung, die nicht vom Verlagshaus Axel Springer herausgegeben wird. Das Blatt wurde 1949 als Boulevardzeitung von der Hamburger SPD gegründet. In der Glanzzeit bis Ende der fünfziger Jahre steigerte sich die Auflage auf rund 450 000 Exemplare; heute ist es noch knapp ein Viertel davon.

Mitte der siebziger Jahre musste die SPD die „MoPo“, wie sie in Hamburg allgemein nur genannt wird, aus finanziellen Gründen verkaufen. Danach wurde das Blatt über einige Jahre zum Spielball von Kaufleuten. Über mehrere weitere Eigentümer kam die Zeitung 1986 an den Hamburger Großverlag Gruner+Jahr, der sich lange bemühte, das Blatt profitabel zu machen. Im Jahr 1999 verkaufte Gruner+Jahr die „MoPo“ an den Medienunternehmer und Versandhaus-Erben Frank Otto sowie an Hans Barlach, den Enkel des deutschen Expressionisten Ernst Barlach.

Ende 2003 wollte Otto den Verleger Christian Heinrich („Kieler Nachrichten“) an der „Mopo“ beteiligen. Dagegen stemmte sich Barlach, weil der Springer-Verlag auch an den „KN“ beteiligt ist. „Es kann nicht sein, dass Springer in Hamburg eine Alleinstellung auf dem Zeitungsmarkt bekommt“, sagte er. Barlach nahm sein Vorkaufsrecht wahr und kaufte mit Unterstützung des Großverlegers Heinz Bauer die Otto-Anteile auf. Ihm gehörten zuletzt 90 Prozent der Anteile, Chefredakteur und Verlagsgeschäftsführer Josef Depenbrock die restlichen 10 Prozent.

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