Hoher Verlust
Toshiba kämpft ums Überleben

Der schwer angeschlagene Toshiba-Konzern meldet Milliardenverluste. Nun muss das japanische Traditionsunternehmen um seine Existenz bangen. Rettung könnte aber vom Apple-Zulieferer Foxconn kommen.
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TokioDer japanische Industriekonzern Toshiba kämpft ums Überleben. „Es gibt schwerwiegende Ereignisse und Umstände, die erheblich an der Fähigkeit des Konzern zweifeln lassen, so als Unternehmen fortzubestehen“, teilte Toshiba am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen von April bis Dezember mit.

Nachdem das angeschlagene Unternehmen die Veröffentlichung der Bilanz mit einem milliardenschweren Verlust bereits zweimal verschoben hatte, präsentierte das Firmenkonglomerat nun nur von den Prüfern nicht-testierte Ergebnisse. Mit dem in Japan beispiellosen Schritt riskiert Toshiba von der Börse genommen zu werden. Konzern-Chef Satoshi Tsunakawa kündigte an, alles zu unternehmen, um dies zu vermeiden.

Die Prüfgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) begründete den Haftungsausschluss damit, dass es nicht möglich gewesen sei, sich über die Bilanz eine Meinung zu bilden. Die Entscheidung, ob Toshiba von den Kurszetteln gestrichen wird, liegt nun allein bei der Tokioter Börse. Zeitlich ist ihr da kein Rahmen gesetzt. Sollte der Konzern die Börsennotiz verlieren, könnte das zu höheren Finanzierungskosten und Gerichtsverfahren wütender Aktionäre führen.

Hintergrund für die Krise des Konzerns, der mit seinen fast 190.000 Beschäftigten unter anderem Laptops, Industrieanlagen, Aufzüge und Waschmaschinen herstellt, sind massive Schwierigkeiten bei der inzwischen insolventen US-Tochter Westinghouse, die Atomkraftwerke baut.

Die Finanzprobleme haben für zunehmende Unruhe unter Toshibas Banken gesorgt. Wegen der hohen Abschreibungen belief sich der Konzernverlust in den nun vorgelegten Neun-Monats-Zahlen auf umgerechnet 4,7 Milliarden Euro, statt der zunächst angenommenen 4,2 Milliarden. Insidern zufolge stellen die Prüfer nicht nur die aktuellen Zahlen infrage, sondern auch die Ergebnisse der US-Tochter aus dem Vorjahr.

Um die Verluste aufzufangen, hat Toshiba die profitable Chipsparte zum Verkauf gestellt. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat Foxconn das höchste Gebot abgegeben. Demnach bietet der taiwanesische Elektronikhersteller bis zu drei Billionen Yen für die Toshiba-Sparte – und würde damit Gebote anderer Interessenten, darunter ein von der japanischen Regierung unterstützter Investmentfonds, deutlich übertreffen.

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