In den USA
Chinas größtes Sozialnetz plant Börsengang

Renren gilt als Gegenstück von Facebook. Jetzt will das größte chinesische Internet-Sozialnetz in den USA kräftig Kasse machen. Damit würde es den großen US-Konkurrenten immerhin in einer Hinsicht überholen.
  • 0
Peking

Renren.com will offenbar erstmals Aktien ausgeben - und dann auch noch in den USA. Mit der Erstnotiz würde Chinas Marktführer seine US-Gegenstück Facebook überholen, für dessen Börsengang noch kein Termin feststeht. Der Zugriff auf Facebook ist in China seit Juli 2009 blockiert, was Renren im vergangenen Jahr besonders hohe Mitgliederzuwächse beschert hat.

Das Unternehmen will bei dem Börsengang rund eine halbe Milliarde Dollar erlösen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg aus Kreisen beteiligter Personen. Der Renren-Börsengang soll den Marktgerüchten zufolge von der Deutschen Bank zusammen mit Morgan Stanley und Credit Suisse betreut werden. Als möglicher Termin ist der Juni im Gespräch.

Reren.com hat in China rund 160 Millionen Mitglieder, während Facebook mit seiner fast weltweiten Präsenz rund 600 Millionen Nutzer zählt. Trotz des Verbots hat sich zuletzt jedoch die Reichweite von Facebook deutlich erhöht. Die Anzahl der Nutzer aus der Volksrepublik hat sich von Januar bis Februar auf 700 000 versiebenfacht. Vor allem junge Leute nutzen technische Tricks, um die staatliche Zensur zu umgehen.

Da Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor Ort Gespräche mit dem örtlichen Suchmaschinen-Marktführer Baidu.com geführt hat, scheint hier derzeit eine amerikanisch-chinesische Kooperation möglich. Das würde für die Amerikaner eine Aufhebung der Sperre bringen, da sich das Gemeinschaftsprojekt im Inland an chinesische Regeln zur Zensur kritischer Themen halten würde. Renren würde damit erneut heftige Konkurrenz erwachsen. Der China-Marktführer könnte die Millionen aus dem Börsengang also gerade jetzt gut gebrauchen, um in seine Attraktivität zu investieren.

China hat mit 450 Millionen angeschlossenen Rechnern eine der größten Online-Gemeinden der Welt. Der Werbemarkt wächst derzeit noch schneller als die Gesamtwirtschaft. Bei Renren liegt der Zuwachs der Einnahmen jährlich bei rund 100 Prozent.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

Kommentare zu " In den USA: Chinas größtes Sozialnetz plant Börsengang"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%