In eigener Sache
Das neue Handelsblatt: Auftritt im Business-Format

Kann sich eine Zeitung kleiner machen, als sie ist, und sich trotzdem treu bleiben und eine große Zeitung sein? Vom 2. November an wird das Handelsblatt im neuen Business-Format erscheinen und damit einen für die deutsche Zeitungslandschaft neuen Weg beschreiten.

HB DÜSSELDORF. Bernd Ziesemer, Chefredakteur des Handelsblatts, präsentierte gestern eine erste Version des neuen Handelsblatts. Vor den Redakteuren sprach er von einer der wichtigsten Weichenstellungen in der Geschichte von Deutschlands Wirtschafts- und Finanzzeitung. „Wir wagen etwas Neues“, sagte Ziesemer und verwies auf zahlreiche journalistische Formate, die es in deutschen Tageszeitungen bislang noch nicht gegeben hat.

Das neue Handelsblatt im Business-Format ist Teil einer Offensive, zu der die Verlagsgruppe Handelsblatt antritt. Das Düsseldorfer Medienhaus modernisiert am selben Tag auch seinen Online-Auftritt Handelsblatt.com und sein Mobile-Angebot: Smartphone-Applikationen etwa für den Blackberry und das iPhone greifen die gestalterischen Impulse des neuen Zeitungslayouts auf.

Unter der Regie des Verlegers Dieter von Holtzbrinck beweist die Verlagsgruppe, welche Energie unternehmerisches Engagement gerade in wirtschaftlich schwieriger Zeit entfalten kann. Der Investitionsaufwand für das neue Format ist erheblich, hinzu kommt eine Marketingkampagne, die von Jung von Matt betreut wird.

Die Tageszeitung im Business-Format ist von Handelsblatt-Art-Director Nils Werner gemeinsam mit der Schweizer Zeitungsdesignerin Katja Hösli entwickelt worden. Dabei wurden sie von Designer-Legende Mario Garcia beraten.

Für den deutschen Markt geht das Handelsblatt einen neuen Weg: Das Layout des gehefteten 64-Seiten-Produkts folgt konsequent dem Doppelseitenprinzip. Bild- und Grafiksprache wurden neu entwickelt und unterscheiden sich grundlegend auch von den gestalterischen Prinzipien der bisherigen Zeitung. Damit hebt sich das Business-Format, das komplett in Farbe erscheint, von den in Deutschland schon existierenden Tabloid-Formaten ab, die lediglich eine Verkleinerung ihrer großvolumigen Vorgängerblätter darstellen.

Chefredakteur Ziesemer widersprach vehement der These, das Handelsblatt verschreibe sich nun dem Häppchen-Journalismus. Das Gegenteil sei der Fall: Wichtige Themen bekämen noch mehr Platz. Zudem strebe die Redaktion eine inhaltliche Fokussierung an: „Wir konzentrieren uns noch stärker auf unsere Kernkompetenzen in der hintergründigen Wirtschafts- und Finanzberichterstattung.“ So sollen wichtige Unternehmens- und Finanzthemen noch mehr Platz erhalten.

Zusätzliche Online- und mobile Dienste runden den Auftritt ab: „Wir begleiten unsere Abonnenten mit einem einheitlichen und abgestimmten Informationsangebot, das durch eine gemeinsame optische Linie auf den ersten Blick identifizierbar ist – über alle relevanten Medienkanäle hinweg rund um die Uhr. Dieses Paket ist in seiner Tiefe und Substanz einzigartig in Deutschland“, sagte Ziesemer.

Gerade deshalb dürften die kommenden Wochen zu den herausfordernsten in der Geschichte der seit 1946 erscheinenden Zeitung werden. So wird das Layout im Redaktionsalltag getestet. Hier werden neue Formate vorbereitet, neue Seiten angelegt, redaktionelle Abläufe durchgespielt. Am Abend des 1. November gegen 18:45 Uhr gibt es dann kein Zurück mehr: Das neue Handelsblatt geht in Druck.

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