In München laufen die ersten Ausschreibungen
Rückenwind für Linux in Kommunen

Für Microsoft brechen harte Zeiten an: Es zeigt sich immer deutlicher, dass die öffentliche Verwaltung durch den Einsatz der frei erhältlichen Software Linux viel Geld sparen kann. „Mit Linux senken wir die Kosten um die Hälfte. Außerdem ist der Betrieb einfacher und sicherer als bei Windows“, sagte Ole-Bjorn Tuftedal auf der Computermesse Systems.

HB MÜNCHEN. Tuftedal ist Chief Technology Officer von Bergen, einer der ersten Großstädte weltweit, die das dominierende Microsoft-Betriebssystem Windows durch Linux ersetzen.

Die norwegische Stadt mit ihren 240 000 Einwohnern ist derzeit dabei, ihre gesamten Großrechner, so genannte Server, auf die offene Software Linux umzustellen. Die Erfahrungen seien positiv, sagt Tuftedal. „Wir müssen weniger ausgeben und haben nun einen besseren Service.“ In den kommenden zwei Jahren sollen auch die PCs in Bergen umgestellt werden. Zunächst werden 2005 die Rechner in den Schulen mit Linux ausgerüstet, 2006 dann die Geräte der städtischen Bediensteten.

Mit ihrem Betriebssystem Windows und der Büro-Software Office war Microsoft bislang Standard auf fast allen PCs. Seit Jahren wächst aber der Unmut über das Geschäftsgebahren des Monopolisten. „Microsoft könnte seine Preise um das Zehnfache senken und die Produkte wären noch genauso gut“, klagt Martin Kadlec, Vorsitzender von OSeG, einer badischen Initiative für freie Software in der öffentlichen Verwaltung.

In Deutschland sorgt vor allem die Stadt München für Aufsehen durch ihre Entscheidung, die Computersysteme auf Linux umzustellen. Nachdem es im Sommer rechtliche Unsicherheiten gegeben hatte, läuft das Projekt inzwischen wieder. „Das Risiko für die Stadt München, in Patentrechtsprozesse verwickelt zu werden, ist gering“, sagte Peter Hofmann, Projektleiter der bayerischen Landeshauptstadt, und ergänzte: „Es ist vom rechtlichen Risiko ziemlich egal, ob man freie, proprietäre oder selbst entwickelte Software einsetzt.“ Derzeit laufen die ersten Ausschreibungen für das Vorhaben, das etwa 14 000 PCs umfasst und 35 Mill. Euro kosten wird.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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