Inside: Google
Riese auf einem Bein

Was immer Google tut – eins ist dem Internetstar aus dem Silicon Valley sicher: die Aufmerksamkeit der Investoren. Im August 2004 ging das Suchmaschinen-Unternehmen zum Preis von 85 Dollar je Aktie an die Börse. Am 11. Januar 2006 war das Papier 475,11 Dollar wert.

FRANKFURT. Seit der Kurs von diesem Gipfel wieder etwas herab gestiegen ist, macht sich bei Anlegern die Sorge breit, dass ihre Traum-Gewinne wie Seifenblasen platzen könnten.

Jüngst war es Googles Finanzvorstand George Reyes, der auf einer Konferenz der US-Investmentbank Merrill Lynch für Panik sorgte, indem er den Investoren die simple Tatsache ins Gedächtnis rief, dass sich Wachstumsraten von 90 Prozent oder mehr allein auf Grund des Gesetzes der großen Zahl auf Dauer nicht durchhalten lassen.

Wie wahr. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Unternehmen mit 500 Millionen Dollar Umsatz wie Google in 2002 oder mit sechs Milliarden Dollar wie in 2005 solche Sprünge schaffen soll. Auch das erfolgreichste Management stößt irgendwann an Grenzen, die ihm schlicht die Größe des adressierbaren Marktes setzt. Und genau diesem Problem stehen die Wunderkinder aus Mountain View jetzt gegenüber. Ihr Geschäftsmodell ist nicht breit genug angelegt, um das rasante Wachstums auch nur über die nächsten zwölf oder 18 Monate fortsetzen zu können.

Bislang lebt Google fast zu 100 Prozent von Werbeeinnahmen. Das heißt: Die Kasse klingelt, wenn Nutzer auf die Links, die Verbindungs- „Knöpfe“ gewerblicher Anbieter klicken, die im Umfeld der Suchergebnisse erscheinen. Gibt man auf der deutschen Google-Seite das Suchwort „Möbel“ ein, erscheinen neben den gefundenen Treffern Wegweiser zu den Onlineshops der Versandhäuser Quelle und Otto. Die Streuverluste dieser „Anzeigen“ liegen fast bei Null, und das Geschäftsmodell ist dem vieler anderer Medien überlegen. Doch trotz der klaren Marktführerschaft von Google lassen sich diese Werbeeinnahmen nicht unendlich steigern.

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