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Micron-Chef Appleton: Verhinderter Veränderer

Wäre es in den vergangenen Jahren nach Micron-Chef Steven Appleton gegangen, dann sähe die Chipindustrie heute ganz anders aus. Dann wäre sein US-Konzern jetzt der mit Abstand größte Speicherchiphersteller der Welt, deutlich größer als der koreanische Marktführer Samsung. Doch es ging nicht nach dem Willen des forschen Amerikaners.

MÜNCHEN. Denn das Management des koreanischen Konkurrenten Hynix wollte seine Firma vor vier Jahren partout nicht an Micron verkaufen, sondern unabhängig bleiben. Und auch in diesem Frühjahr scheiterte Appleton, als er dem deutschen Wettbewerber Infineon Gespräche anbot, um dessen angeschlagene Speichersparte zu übernehmen: Infineon-Chef Wolfgang Ziebart lehnte die Verhandlungen rundweg ab und steuert stattdessen einen Börsengang für den Bereich an.

Demnächst könnte Micron dennoch ein großer Sprung nach vorne gelingen. Denn der Micron-Aktionär Intel – der größte Chiphersteller der Welt – hat gerade angekündigt, seine Speichersparte vom Rest des Geschäfts zu trennen und auf eigene Beine zu stellen. Sollte Intel den Bereich in nächster Zeit vollends los werden wollen, läge Micron als Partner geradezu auf der Hand. Und das nicht nur, weil Intel Großaktionär von Micron ist: Beide Unternehmen haben erst im Dezember angekündigt, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen und je 1,2 Milliarden Dollar zu investieren.

Doch wer ist eigentlich Micron? Die Firma ist außerhalb der Halbleiterbranche weitgehend unbekannt. Dabei sind die Amerikaner seit Jahren einer der größten Hersteller so genannter D-Rams. Das sind Speicherchips, die vor allem in Computer eingebaut werden. In diesem Bereich ist Samsung mit weitem Abstand führend. Um die Plätze zwei bis vier streiten sich seit Jahren Hynix, Infineon und eben Micron. Neben den D-Rams baut Micron seit einiger Zeit auch das Geschäft mit Flash-Chips auf. Diese Speicher-Bausteine werden etwa in Handys oder MP3-Player wie den i-pod von Apple eingebaut.

Mit den Übernahmen von Hynix und der Speichersparte von Infineon hätte Micron sein D-Ram-Geschäft stark ausbauen können. In der Zusammenarbeit mit Intel geht es dagegen um Flash-Chips.

Was die Sache kompliziert macht: Es gibt nicht nur eine Sorte Flash, sondern mehrere. Und die D-Rams werden nicht überall nach der gleichen Methode gefertigt, sondern mit zwei unterschiedlichen Techniken, die nicht zueinander passen. Insofern sind Übernahmen und Zusammenschlüsse alles andere als einfach.

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