Inside: Microsoft
Mitten drin, statt schon dabei

Bill Gates ist das Symbol für den Computerpionier schlechthin. Mit visionärem Denken macht er seinen Konzern Microsoft zu einem dominierenden Unternehmen in der PC-Sparte. Nun scheint es jedoch, als wäre ein Zug ohne den Giganten abgefahren.

DÜSSELDORF. Um die Strategie von Steve Ballmer zu verstehen, reicht eine Zahl: 80 Milliarden Dollar. Das ist nach seiner Ansicht die Hausnummer, die der weltweite Online-Werbemarkt in wenigen Jahren erreichen wird. Und er will einen Batzen davon abhaben. Das Problem: Noch immer ist ihm Google einen mächtigen Schritt voraus.

Als Bill Gates 1995 prophezeite, dass die Internetwelle auch über Microsoft zusammenschlagen würde und er dazu aufforderte, sich dieser Herausforderung zu stellen, war er noch ein Visionär. Als Microsoft Mitte 2006 überraschend ankündigte, zusätzliche zwei Mrd. Dollar in die Internetsparte zu pumpen, klang es nur noch wie ein Notfallplan. Während Microsoft seine Software für das Web optimiert hatte, hatte Google einfach die Spielregeln geändert. Heute gilt es, nicht nur der Software ein Türchen ins Internet einzubauen, sondern auch der Werbung, die Software und Internetdienste erst finanziert. Und am besten ist es, wenn man zu der Tür zum Umsatz auch den Schlüssel hat. Sonst schlägt sie ein anderer vor der Nase zu.

Wie schnell alte Software-Lizenzsysteme zerfallen können, zeigt die „Software Assurance“. Microsofts Firmenkunden zahlen eine jährliche Gebühr (zwischen 25 und 29 Prozent des Software-Lizenzpreises) dafür, dass sie die neuesten Versionen bekommen. Laut der Analyse der IT-Experten von Forrester will nur noch eine Minderheit die Verträge verlängern.

Nach fünf Jahren zwischen der Microsoft-Software XP und Vista ist vielen klar geworden, dass sie praktisch über die Summe der Abo-Gebühren mehr als einhundert Prozent einer Neulizenz gezahlt haben dürften. Der Vista-Nachfolger soll jetzt schon in drei Jahren kommen, verspricht Microsoft nun eilig.

Ob das reicht, ist fraglich. Dabei war das Assurance-Konzept ein Stützpfeiler der Strategie, die früher üblichen hohen Umsatzspitzen bei der Einführung neuer Produktversionen durch gleichmäßige Zahlungsströme zu ersetzen. Ein Ersatz könnte das Modell „Software plus Web-Service“ sein. Das hat Ballmer genauso erkannt wie Rivale Eric Schmidt bei Google. Alle wichtigen Microsoft-Produkte werden Web-Services bekommen, hat er jüngst vor Analysten verkündet und gesagt, er werde Microsoft gleichzeitig in ein Werbe- und Hardwareunternehmen verwandeln.

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