Inside: Salesforce.com
Pionier auf dünnem Eis

Wenn jemand etwas verkaufen will, ist es besser, er steigt auf einen Baum und schreit, statt in einen Brunnen zu flüstern“, lautet ein altes texanisches Sprichwort. Es könnte auch von Marc Benioff, dem Gründer und Chef von Salesforce.com stammen.

PORTLAND. Benioff, ein jovialer Bär von einem Mann, spricht laut und oft über sich, seine Firma und seine Wohltaten. Im September soll sein zweites Buch erscheinen mit dem unbescheidenen Titel „The Business of Changing the World“. Auch, wenn er gerne übertreibt, Benioff ist kein Spinner. Die Grundidee von Salesforce.com, Software nicht als Produkt, sondern als komplette Dienstleistung unabhängig von der vorhandenen IT-Infrastruktur des Kunden über das Internet anzubieten, revolutioniert unter den Schlagworten „Software On Demand“ und „Service Oriented Architecture“ (SOA) die Branche. Riesen wie SAP, IBM und Oracle propagieren SOA, und Microsoft denkt laut darüber nach, die Software im Karton durch ein anzeigenfinanziertes Serviceangebot auf dem Internet abzulösen.

Der zwischen Fans und Zweiflern hin und her gerissene Aktienkurs von Salesforce stieg jüngst nach überraschend guten Quartalszahlen in wenigen Tagen um ein Viertel. Zwar wies das Unternehmen rote Zahlen aus. Doch der Umsatzanstieg um zwei Drittel auf 118 Millionen Dollar und der Zugewinn von 57 000 neuen Softwareabonnenten lagen deutlich über den Erwartungen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie kletterte auf über 200. Da staunen selbst die Google-Manager, mit denen Benioff gerade den Einsatz seiner Software in Googles suchgebundenem Anzeigendienst AdWords vereinbarte.

Salesforce bietet als Dienstleistung über das Internet die Steuerung und Verwaltung von Kundenbeziehungen. Die Firmen zahlen je nach Anzahl ihrer Nutzer (Abonnenten) monatliche Pauschalgebühren. Salesforce übernimmt die Datenverarbeitung und pflegt die Programme. Zu den Kunden gehören Firmen wie AMD, Juniper Networks, Dow Jones Newswire oder Avis. Multinationale Firmen können den Service in zwölf Sprachen abonnieren, auch in Deutsch.

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