Investorsuche
Bayern macht BenQ Mobile neue Hoffnung

Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich für den insolventen Münchener Mobiltelefonhersteller BenQ Mobile ein Käufer findet.

jojo MÜNCHEN. „Mit Handys allein wird das nicht gelingen“, sagte der CSU-Politiker gestern der Nachrichtenagentur AP. Wenn die Beschäftigten allerdings elektronische Bauteile fertigen würden, könnte in den nächsten Wochen vielleicht ein Investor gefunden werden: „Es gibt einen Markt dafür. Die Chance für die Rettung von Arbeitsplätzen ist durchaus gegeben“, sagt Huber.

BenQ Mobile hat vor anderthalb Wochen Insolvenz angemeldet, nachdem der Taiwaner Mutterkonzern BenQ die Zahlungen an seine hoch defizitäre deutsche Tochter eingestellt hatte. Der Insolvenzverwalter Martin Prager versucht jetzt, das Unternehmen mit seinen 3 000 Mitarbeitern zu retten und einen Käufer zu finden.

BenQ hat die verlustreiche Handysparte von Siemens im vergangenen Jahr übernommen und mit dem eigenen Mobilfunkgeschäft verschmolzen. Die Zentrale von BenQ Mobile befindet sich in München. Daneben gibt es ein Werk in Kamp-Lintfort und einen Service-Bereich in Bocholt.

Beobachter gehen davon aus, dass BenQ Mobile zerschlagen werden müsste, um Käufer zu finden. So wäre es möglich, die Fabrik an einen Investor aus der Branche oder an einen Elektronikproduzenten abzustoßen. Der Kundendienst könnte auf eigenen Beinen stehen. Für die vor allem in München angesiedelten Entwickler wäre eine Übernahme durch einen Handyanbieter die wahrscheinlichste Lösung.

In jedem Fall werden aber nicht alle Menschen, die heute bei BenQ Mobile in Lohn und Brot stehen, weiter beschäftigt. Um Stellen zu retten, sei eine Beschäftigungsgesellschaft nötig, sagte Wirtschaftsminister Huber. Hier spiele Siemens eine wichtige Rolle. Huber: „Siemens engagiert sich sehr stark mit der Bereitschaft, an einer Beschäftigungsgesellschaft mitzuwirken.“

IG Metall und Mitarbeiter von BenQ haben in den vergangenen Tagen wiederholt gefordert, Siemens müsse Verantwortung für seine ehemalige Sparte übernehmen.

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