Irischer Telekommarkt
Australischer Investor kauft Mehrheit an Eircom

Der australische Investor Babcock & Brown will die Mehrheit an der irischen Telekomgesellschaft Eircom übernehmen. Die beiden Unternehmen haben sich am Dienstag auf ein Übernahmeangebot von 2,20 EUR je Aktie geeinigt.

HB DUBLIN. Wenn die Regulierungsbehörden zustimmen würde Babcock dann 65 Prozent an Eircom halten, die restlichen 35 Prozent liegen in den Händen der ESOT (Eircom's Employee Share Ownership Trust). Bisher hält Babcock 28,8% an Eircom, während die ESOT als einflussreichster Einzeläktionär rund 22% an dem Unternehmen besitzt.

Wie Eircom am Dienstag mitteilte, muss die Offerte noch von der ESOT und den Regulierungsbehörden genehmigt werden.

Insgesamt bietet Babcock 2,42 Mrd. Euro. Die Eircom-Aktionäre sollen eine Zwischendividende von 0,052 EUR je Anteilsschein für das Geschäftsjahr per Ende März erhalten, teilte Eircom weiter mit.

Ein Analyst von NCB Stockbrokers ist der Auffassung, dass Eircom im Festnetzbereich immer noch einen Margendruck verzeichnet. Gleichzeitig investiere der Konzern weiter in das Mobilfunkgeschäft Meteor Communications. Robert Topfer, Executive Director bei Babcock & Brown Capital hatte wiederholt gesagt, Eircom müsse, um mit der boomenden irischen Konjunktur mithalten zu können, ihr Netz verbessern und ausbauen.

Australische Investoren wie Babcock & Brown suchen inzwischen verstärkt nach Investmentmöglichkeiten außerhalb ihres Heimatmarktes. Eircom hat einen Anteil von zwölf Prozent am irischen Mobilfunkmarkt, der als sehr lukrativ gilt. Irische Mobilfunknutzer haben nach Angaben von Experten eine um 50 Prozent höhere Rechnung als Handy-Besitzer in Großbritannien, Italien oder Deutschland. Auf dem irischen Festnetzmarkt hat Eircom einen Anteil von 80 Prozent. Zunehmener Wettberb in Irland hat aber bereits Spuren in der Eircom-Bilanz hinterlassen. Im abgelaufenen Quartal sank der Nettogewinn um mehr als 40 Prozent auf 19 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr versuchte der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom, den irischen Konkurrenten zu übernehmen. Dies scheiterte an der Schweizer Regierung, die die Mehrheit der Swisscom-Aktien besitzt. Die Schweizer Regierung war gegen eine Expansion der Swisscom ins Ausland.

Übernahmen auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt haben im vergangenen Jahr deutlich angezogen. Dazu gehörte der Kauf des britischen Mobilfunkbetreibers O2 durch die spanische Telefonica sowie die Übernahme der dänischen TDC durch eine Gruppe von Finanzinvestoren.

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