IT-Riesen
Google fürchtet Apples Einstieg in den Suchmaschinenmarkt

Die neue Sprachfunktion „Siri“ des iPhones ist ein erster Schritt Apples in den Markt für Suchmaschinen. Dadurch entsteht direkte Konkurrenz für Google. Dennoch käme das Executive Chairman Eric Schmidt sogar gelegen.
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San FranciscoGoogle hat viele Wettbewerber, so Eric Schmidt in einer schriftlichen Antwort auf eine Senatsanhörung vom 21. September. Das müssten nicht unbedingt selbst Suchmaschinen sein. Zu diesen Konkurrenten gehörten auch soziale Netzwerke, lokale Spezialsuchmaschinen und Preisvergleichsportale. Dazu komme Wettbewerb über Apps, kleine Programme auf Smartphones oder Tablet-Computern.

Zu Apples Sprachtechnologie Siri, die auf gesprochene Fragen gesprochene Antworten liefert oder Funktionen ausführt wie eine Suche im Internet, erklärt Schmidt: „In den wenigen Wochen seit der Anhörung hat Apple mit Siri einen völlig neuen Ansatz in der Suchtechnologie gestartet.“

Noch wird eine Suchanfrage mit Siri standardmäßig mit Google durchgeführt. Aber das muss ja nicht immer so sein, Schmidt weist weiterhin darauf hin, dass „Yahoo und Bing zusammen heute mehr Suchanfragen pro Tag händeln als Google in 2003.“
Mit seinen Statements korrigiert Schmidt eigene Angaben vom September 2010, als er erklärt hatte, er sehe keine Konkurrenz zu Google von Firmen wie Facebook oder Apple. „Meine Äußerung war schlicht falsch“, sagt er heute, „Siri ist eine signifikante Entwicklung, eine sprachgesteuerte Technik, um Antworten zu bekommen, die eine Innovation in der Suche darstellt.“

Allerdings darf man bei Schmidts Einlassungen nicht den Zusammenhang vergessen, in dem sie gemacht wurden. In dem Senatshearing ging es um die Frage, ob Google bereits ein Quasi-Monopol darstellt und seine Marktmacht ausnutzt, indem Suchergebnisse so manipuliert werden, dass Google-Produkte oder -Seiten wie Youtube oder Google Maps immer vor den Ergebnissen von Wettbewerbern erschienen. Das Bild eines vom Wettbewerb gehetzten Marktführers und eine aufstrebende neue Macht im Suchmarkt wie Apple passt da deutlich besser in die Landschaft.  

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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