IT + Medien
Japans Solarhersteller setzen auf Expansion im Ausland

Der Vorteil der japanischen Elektronikkonzerne auf dem Markt kommt nicht von ungefähr. Seit Jahrzehnten hat Japan die Forschung für Photovoltaik unterstützt.

TOKIO/NARA. Wenn Toshihiko Fujimoto seinen Blick über das Sharp-Werk in Shinjo nahe der alten Kaiserstadt Nara schweifen lässt, blickt er auf die größte Solarzellenproduktion der Welt. Mit dem Start der achten Fertigungslinie im Sommer will Sharp hier pro Jahr Zellen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt herstellen. Jede vierte Solarzelle der Welt kommt aus dem Werk. Doch der Weltmarktführer gibt sich damit nicht zufrieden. „Wir möchten unseren Marktanteil weiter ausbauen“, sagt Fujimoto, Chef der Solarsystem-Gruppe, dem Handelsblatt. Drei der weltweit fünf größten Hersteller auf dem Solarmarkt stammen aus Japan. Nach Sharp und BP Solar nimmt Kopiergerätebauer Kyocera Platz drei ein. Batterieriese Sanyo Electric hat sich auf Platz fünf hochgearbeitet und ist damit noch nicht zufrieden.

Der Vorteil der japanischen Elektronikkonzerne auf dem Markt – unter den Top 10 der Welt findet sich auch Mitsubishi Electric – kommt nicht von ungefähr. Seit Jahrzehnten hat Japans Regierung angesichts des Rohstoffmangels die Forschung für Photovoltaik unterstützt. Sharp etwa hat vor mehr als 40 Jahren seine ersten Solarzellen produziert und Leuchttürme damit ausgerüstet. Früher als andere Länder startete Japan ein sattes Subventionsprogramm für Privatleute. Seit Mitte der neunziger Jahre stieg das Marktvolumen so rapide an. Heute ist Japan mit weitem Abstand vor Deutschland und den USA der größte Photovoltaikmarkt der Welt.

Mit dem Rückenwind des rasch expandierenden Heimatmarktes hätten Japans Solarhersteller früher als deutsche Hersteller wie RWE Schott Solar Produktionsgrößen erreichen können, die ihnen Skaleneffekte und damit sinkende Kosten ermöglichten, sagt Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSI). Da die Solaranlagen für die Wohnhäuser in Nippon oft direkt von japanischen Fertighausfirmen im Paket angeboten würden, sei es für deutsche Firmen kaum möglich, vom Wachstum des japanischen Marktes zu profitieren. Dagegen erfreuten sich die japanischen Firmen des Wachstums auf dem deutschen Markt seit Ende der neunziger Jahre – und könnten ihre Preise durch den starken Euro weiter senken.

Nippons Solarzellenbauer bauen ihre Stellung in Übersee massiv aus. „Wir hatten uns zunächst auf den Inlandsmarkt konzentriert“, sagt Hiroshi Inoue, der das Solargeschäft für Sanyo verantwortet. „Aber ab jetzt wollen wir den Auslandsanteil steigern.“ Ein Drittel der Produktion soll künftig ins Ausland gehen, Sharp strebt die Hälfte an. Das Forschungsinstitut der Sumitomo Mitsui Bank schreibt in einer Studie, der japanische Exportmarkt dürfte künftig mit Hilfe von Förderprogrammen stärker wachsen als der inländische Absatz.

Seite 1:

Japans Solarhersteller setzen auf Expansion im Ausland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%