Joint Venture für Speicherchip-Entwicklung
Qimonda und Sony verbünden sich

Als Reaktion auf den angekündigten teilweisen Rückzug des Mutterkonzerns Infineon geht Qimonda neue Partnerschaften ein. Der defizitäre Speicherchiphersteller kooperiert künftig mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony. Die beiden Unternehmen haben dabei ehrgeizige Pläne.

HB MÜNCHEN/TOKIO. Qimonda und Sony wollen in einem Gemeinschaftsunternehmen Speicherchips produzieren. Das Joint Venture mit dem Namen „Qreatic Design“ solle sein Geschäft Ende des Jahres in Tokio aufnehmen und DRAM-Chips für Grafikanwendungen und Unterhaltungselektronik entwerfen, teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit. Beide Seiten hielten jeweils die Hälfte an dem Unternehmen. In dem Joint Venture sollten bis zu 30 Spezialisten aus beiden Häusern arbeiten. Die Kapazitäten sollen nach jetzigen Planungen aber deutlich ausgebaut werden. Sony verspricht sich von dem Zusammenschluss Kostensenkungen.

Qimonda liefert bereits seit längerem die Grafikchips für die Sony-Spielekonsole Playstation. Auch die Grafikspeicher der Konkurrenzprodukte von Microsoft und Nintendo stammen von den Münchenern. Die Infineon-Tochter spezialisiert sich zunehmend auf Chips für die Unterhaltungselektronik, um sich vom stark schwankenden DRAM-Markt für Computer unabhängiger zu machen. „Wir sind überzeugt, dass die Integration der technologischen Stärken beider Unternehmen uns in eine beispiellose Position in puncto Kreativität und Design bringen wird, um weiterhin die Zukunft mitzuentwickeln“, erklärte Sony-Manager Yutaka Nakagawa. Das Joint Venture werde für Qimonda den Weg für die weitere Produktdiversifikation bei PC-fremden Anwendungen ebnen, erklärte zudem Konzernchef Kin Wah Loh.

Die Hersteller von Speicherchips kämpfen mit einem massiven Preisverfall und dadurch sinkende Gewinnmargen. Um langfristig zu wachsen, müssen Produzenten wie Qimonda oder die südkoreanische Samsung Electronics nach Ansicht von Analysten ihre Kräfte mit anderen Firmen bündeln.

Qimonda will sich außerdem verstärkt auf Chips für Unterhaltungselektronik konzentrieren, um unabhängiger vom schwankungsanfälligen Geschäft mit Computerspeichern zu werden. Die Speicherchip-Tochter von Infineon hatte den Mutterkonzern wiederholt wegen des Preisverfalls bei Computerspeichern in die Verlustzone gerissen. Infineon selbst hat damit begonnen, sich von Qimonda-Anteilen zu trennen.

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