Kabel Deutschland rüstet sich für digitales Fernsehen
Wettbewerber kämpfen gegen Kabel-Fusion

Gegen die geplante Verschmelzung der vier größten deutschen Anbieter laufen die mittelständischen Kabelnetzbetreiber Sturm. Sie befürchten einen übermächtigen Konkurrenten und setzen auf eine Untersagung der Fusion durch das Bundeskartellamt. Nach Analysteneinschätzung dürfte die seit längerem angestrebte Fusion von Kabel Deutschland, iesy, Kabel BW und ish für die Konkurrenz zunächst kaum eine Gefahr bergen.

HB FRANKFURT. „Wir befürchten, dass die vier Anbieter zu einem übermächtigen Konkurrenten werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Privater Kabelnetzbetreiber Anga, Peter Charisse. Zusammen könnten die vier Kabelnetzbetreiber Kostenvorteile und Synergien ausnutzen, die für die im Anga zusammengeschlossenen mittelständischen Konkurrenten „nur schwer“ zu realisieren seien. „Das wird kein kartellrechtlicher Selbstläufer“, sagte Charisse mit Blick auf die anstehende Prüfung des Zusammenschlusses durch die Wettbewerbsbehörde. „Wir werden unsere Bedenken gegen die Fusion vorbringen.“ Unterstützung bei diesem Vorhaben kommt von der Wohnungswirtschaft, die einen Großteil der Kabel-Endkunden betreut und gleichzeitig Großkunde bei den Fusionspartnern ist.

Das Kartellamt könnte die am Wochenende von Kabel Deutschland angekündigte Übernahme seiner drei größten Rivalen für 2,7 Milliarden Euro noch untersagen. „Alles hängt jetzt am Kartellamt“, hieß es im Umfeld eines der beteiligten Kabel-Unternehmen. In informellen Gesprächen mit den Wettbewerbshütern habe Kabel Deutschland in den vergangenen Monaten versucht, mögliche Bedenken über eine marktbeherrschende Rolle zu zerstreuen. „Nicht ohne Erfolg“, verlautete aus dem Umfeld der Firmen. Ohne begründete Hoffnung auf ein positives Votum der Behörde hätten die hinter den Kabelnetz-Betreibern stehenden Finanzinvestoren nicht ihre Zustimmung zu der Milliarden-Fusion gegeben.

Deutscher Kabel-Markt ist attraktiv und komplex

Die hohe Verbreitung von Kabel-Anschlüssen macht Deutschland zum größten Markt in Europa. Bundesweit empfangen rund 21 Millionen Haushalte ihre TV- und Rundfunk-Programme über das BreitbandKabel. Doch der Markt ist komplex. Ein Drittel der Kabel-Haushalte sind bei der Wohnungswirtschaft und Dienstleistern wie Bosch oder Primacom unter Vertrag. Das übrige Drittel teilen sich die Fusionspartner Iesy (Hessen), Ish (Nordrhein-Westfalen), KabelBW (Baden-Württemberg) und Kabel Deutschland (Nord- und Ostdeutschland, Bayern, Saarland, Rheinland-Pfalz). Im Gegensatz zu dieser schwachen Marktmacht bei den Endkunden bestimmen die vier Fusionspartner weitgehend, welche TV- und Rundfunksignale in die Netze eingespeist werden. Für 18 Millionen Haushalte legen sie damit das Kabel-Programm fest, wobei die Landesmedienanstalten ein Mitspracherecht haben.

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