Kartellrecht
O2-Mutter bringt offenbar neuen Rivalen ins Spiel

Bei der geplanten Übernahme von E-Plus, wird Telefonica kompromissfreudig: Die Abgabe einiger Mobilfunkfrequenzen an einen neuen Wettbewerber soll die lang ersehnte Zustimmung der EU-Kommission bringen.
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Brüssel/MadridTelefonica („O2“") will Insidern zufolge einem neuen Mobilfunker in Deutschland Starthilfe gegeben und damit die Bedenken der EU-Kartellwächter gegen den geplanten Kauf von E-Plus zerstreuen. Telefonica habe der Kommission angeboten, einen Teil ihres Funkspektrums an einen vollkommen neuen Wettbewerber im Mobilfunk zu vermieten, sagten drei mit der Sache vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Der neue Rivale solle in 100 deutschen Städten Frequenzen im Bereich von mehr als 2 Gigahertz erhalten, sagte einer von ihnen.

Mit der Offerte gehe Telefonica auf die Sorge der Kommission ein, dass nach der Fusion die drei verbleibenden Anbieter die Preise erhöhen könnten, sagte eine andere Quelle. Der „Financial Times“ zufolge, die zuerst über die Vorschläge berichtete, muss der neue Rivale die Frequenzen bis Ende des Jahres übernehmen – ansonsten verfällt das Angebot. Telefonica wollte sich dazu nicht äußern.

Eine der Quellen sagte, dass Telefonica zudem angeboten habe, Wiederverkäufern wie Freenet oder United Internet Netzkapazitäten des neuen Unternehmens anzubieten. United-Internet-Vorstandschef Ralph Dommermuth hatte Ende März gefordert, dass das fusionierte Unternehmen seine Leistungen zum Selbstkostenpreis an die Wiederverkäufer abgeben müsse. „Nur so ist weiterhin ein fairer Wettbewerb möglich“, sagte er zu Reuters.

Die Wettbewerber können nun bis Donnerstag ihre Meinung zu den Vorschlägen an die Kommission schicken. Die Brüsseler Behörde hatte zuletzt bestätigt, dass das Unternehmen Vorschläge gemacht habe, zum Inhalt aber geschwiegen. Über die 8,6 Milliarden Euro schwere Übernahme soll bis zum 23. Juni entschieden werden. Telefonica aus München ist eine Tochter des gleichnamigen spanischen Telefon-Riesen. E-Plus gehört dem niederländischen Telekom-Konzern KPN. Sollte der Deal über die Bühne gehen, würden der dritt- und der viertgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland hinter Primus Deutscher Telekom und Vodafone fusionieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein überschuldter Konzern aus dem Pleiteland Spanien geht in Deustchland auf Einkaufstour und das alles ist dann nur positiv für die verbaucher?!

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