Kauf von Software-Hersteller Teleo
Microsoft will Googles Telefonattacke abwehren

Microsoft übernimmt den US-Softwarehersteller Teleo, der eine spezielle Technologie für Telefonate über das Internet (Voice over IP, kurz VoIP) entwickelt hat. Der Kauf ist offenbar eine Reaktion auf Googles Vordringen in den Markt.

HB REDMOND. Einen Preis nannte der Softwarekonzern für die 2003 gegründete Firma mit ihren 25 Mitarbeitern in einer Mitteilung vom Dienstag nicht. Microsoft plant laut „Wall Street Journal“ vom Mittwoch keine konventionellen Telefondienste über das Internet, sondern wolle mit der Technologie von Teleo die Sprachfunktionen seines Kurznachrichten-Dienst MSN Messenger verbessern.

Mit dem Kauf schießt Microsoft gegen Google. Die Internet-Größe hatte erst vor einer Woche seine Software "Google Talk" auf den Markt gebracht, mit der Nutzer Online-Telegramme versenden und per Internet über ihre Computer telefonieren können. Damit trat die führende Suchmaschine im Internet nicht nur dem größten Softwarehersteller Microsoft auf die Füße, sondern auch AOL und Yahoo. 41,6 Millionen US-Amerikaner nutzten im Juli bei AOL die so genannten Instant Messages, bei Yahoo waren es 19,1 Millionen, bei Microsoft immerhin noch 14,1 Millionen. Die Zahlen erhoben die Marktforscher von Com-Score Networks.

Weltweit hat Microsofts MSN Messenger 170 Millionen Nutzer. Erst im April veröffentlichte der Softwareriese eine neue Version seiner Software, die sogar Video-Anrufe über das Internet erlaubt. Yahoo, das führende Internet-Portal und die zweitgrößte Suchmaschine, ermöglicht über Yahoo Messenger ebenfalls Telefonanrufe von Computer zu Computer.

Skype, der europäische Pionier in Internet-Telefonie, der 2003 gegründet wurde, hat mittlerweile fast 50 Mill. Kunden. Im Gegensatz zu den Diensten von Yahoo, Microsoft und AOL ist Skype kein geschlossenes System, sondern ermöglicht gegen eine Minutengebühr auch Anrufe von Computern zu herkömmlichen Telefonen und bietet für Computeranschlüsse gegen eine Monatsgebühr eine Telefonnummer, die von jedem Telefon aus angerufen werden kann.

Marktforscher erwarten für die nächsten Jahre ein explosives Wachstum für den Telefonverkehr über das Internet, der wesentlich billiger ist und sich mit Breitbandverbindungen über Kabel- oder DSL-Netze qualitativ an konventionelle Telefonleitungen annähert.

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