Kein neuer Stellenabbau
Telekom bündelt Servicebereiche

Die Deutsche Telekom will 45 000 Mitarbeiter in eine neue Einheit für Kundenservice zusammenfassen. Der Service soll so kundenorientierter und wettbewerbsfähiger werden, sagte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Einen massiver Stellenabbau über 2008 hinaus sei zudem nicht geplant. Die Mitarbeiter sollten aber Gehaltseinbußen hinnehmen, damit Arbeitsplätze im Inland langfristig gesichert werden könnten.

HB FRANKFURT. „Wir haben ein Grundsatzkonzept verabschiedet, das Basis ist für aufzunehmende Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi“, sagte Klinkhammer in dem Interview im Anschluss an eine Vorstandssitzung. Nachdem die Telekom in der Vergangenheit im Durchschnitt rund 10 000 Arbeitsplätze jährlich habe abbauen müssen, komme es nun in gewisser Hinsicht zu einem Strategiewechsel. „Wir sehen den Fokus darin, Arbeitsplätze zu erhalten, in dem wir einen effizienteren Kundenservice bereitstellen.“

Um langfristig Arbeitsplätze zu erhalten, wolle die Telekom die Servicebereiche in eigene Gesellschaften ausgliedern, sagte Klinkhammer. 2007 sollten rund 35 000 Mitarbeiter aus der Festnetzsparte T-Com in die neue Einheit „T-Service“ wechseln, die für technische Infrastruktur und den Kundendienst - zunächst nur für die T-Com - verantwortlich sein soll. Die heute 10 000 Stellen im Call-Center-Bereich der T-Com sollten ebenfalls in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden. Dadurch werde es keinen Arbeitsplatzverlust geben.

Klinkhammer will mit den eigenen Gesellschaften den Rückstand der Telekom zu ihren Konkurrenten ausgleichen. „Wir müssen sowohl beim Gehalt als auch bei der Produktivität etwas tun“, sagte Klinkhammer. Die Vergütungen der Telekom lägen im Call-Center-Bereich 30 bis 50 Prozent über Marktniveau, im Service zwischen 20 und 30 Prozent. Klinkhammer sagte, er erhoffe sich ein Entgegenkommen der Sozialpartner. „Wir können die betroffenen Arbeitsplätze nur erhalten, wenn wir uns konsequent am Marktniveau ausrichten“, appellierte Klinkhammer. Auch die Produktivität, etwa bei der Wochenarbeitszeit, müsse gleichzeitig erhöht werden, um den Kunden bezahlbaren Service anbieten zu können. Die Alternative sei im anderen Fall die Auslagerung von Arbeitsplätzen an dritte Unternehmen.

Es bleibe bei dem Plan, sich bis 2008 von 32 000 Mitarbeitern im Inland zu trennen. Jenseits von 2008 sei kein weiteres Personalabbauprogramm geplant, „schon gar nicht der Abbau von 23 000 weiteren Jobs“, ging Klinkhammer auf ein öffentlich gewordenes internes Arbeitspapier, das dem Vorstand aber nie zum Beschluss vorgelegt worden sei. Auch nach 2008 werde es aber über die natürliche Fluktuation zur Personalreduzierung kommen.

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