Kommunikations-Bereich
Siemens baut Com-Vertrieb um

Siemens will in seinem defizitären Kommunikations- Bereich bis Januar 2006 den Geschäftskunden-Vertrieb neu ausrichten. „Der Enterprise-Vertrieb für Deutschland wird umstrukturiert“, sagte eine Siemens-Sprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag.

dpa MÜNCHEN. Siemens will in seinem defizitären Kommunikations- Bereich bis Januar 2006 den Geschäftskunden-Vertrieb neu ausrichten. „Der Enterprise-Vertrieb für Deutschland wird umstrukturiert“, sagte eine Siemens-Sprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag.

Dies betreffe etwa 4 630 Vertriebs- und Service- Mitarbeiter. Zu einem möglichen Stellenabbau könne Siemens derzeit nichts sagen. „Über die geplante Neuausrichtung wird nun mit den Betriebsräten gesprochen“, kündigte die Sprecherin an. Die IG Metall sprach unterdessen von einer geplanten Ausgliederung.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Chef der krisengeschüttelten Kommunikationssparte, Lothar Pauly, zur Deutschen Telekom wechselt. Der 46-Jährige werde dort T-Systems-Chef und rücke in den Vorstand des Telekomkonzerns, hieß es am Donnerstag in Branchenkreisen. Die Personalie solle am Freitag vom Aufsichtsrat der Deutschen Telekom abgesegnet werden. Die beiden Konzerne wollten sich dazu nicht äußern. Pauly soll die Nachfolge des im April gestorbenen T-Systems- Chefs Konrad Reiss antreten.

Das Mittelstandskunden-Geschäft solle vom Großkunden-Geschäft getrennt werden, um flexibler auf die Anforderungen des sich rasch wandelnden Marktes reagieren zu können, sagte die Siemens-Sprecherin. Der Vertrieb für Geschäfts- und Mittelstandskunden solle in einer neu zu schaffende Tochtergesellschaft, der Siemens Telekommunikations-Vertrieb Gmbh & Co, (STV), zusammengefasst werden. „Der Großkunden-Vertrieb wird von der bereits bestehenden Regionalorganisation Deutschland aus gesteuert, die auch andere Vertriebsaktivitäten wahrnimmt“, sagte die Sprecherin.

Ein IG-Metall-Vertreter sagte dagegen, Siemens wolle im größten Konzernbereich Com bis Anfang nächsten Jahres einen Großteil des Geschäfts mit Unternehmenskunden als organisatorisch abgegrenztes Unternehmen außerhalb des Konzerns auslagern. „Außerdem rechnen wir nach dem 18. September, also nach der Bundestagswahl, mit der Ankündigung von 3 000 zusätzlichen Entlassungen bei Communications (Com)“, sagte der Gewerkschaftler. Die IG Metall werde sich einer Auslagerung widersetzen.

Der Siemens-Bereich Com hatte im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) bei sinkenden Umsätzen höhere Verluste verzeichnet. Das Minus stieg gegenüber dem Vorquartal von 19 auf 70 Mill. Euro (Vorjahr: Gewinn 209 Mill. Euro). Laut der Sprecherin sind seit Gründung des Bereichs im vergangenen Oktober etwa 700 Com-Mitarbeiter anderweitig im Konzern untergekommen. Entlassungen habe es bisher kaum gegeben. Com beschäftige weltweit etwa 50 000 Menschen, davon arbeiteten etwa 23 000 in Deutschland.

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