Konkurrenz für iTunes
Sony startet Filmportal Ultraviolet in Deutschland

Das Videogeschäft ist für Hollywood eine wichtige Einnahmequelle – doch im boomenden Online-Vertrieb dominiert Apple. Ein neuer Service namens Ultraviolet soll das ändern.
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Düsseldorf/Los AngelesDie Hollywood-Studios engagieren sich stärker im Online-Geschäft mit Filmen und Serien in Deutschland. „Wir wollen im zweiten Halbjahr mit dem digitalen Service Ultraviolet starten. Von großen Handelsunternehmen haben wir eine positive Rückmeldung bekommen“, sagte David Bishop, weltweiter Präsident von Sony Pictures Home Entertainment, dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Voraussichtlich Ende September soll nach Unternehmensangaben die technische Infrastruktur verfügbar sein. Kurz danach wird dann der Handel für Ultraviolet werben. Ebenfalls im Herbst soll Ultraviolet auch in Frankreich verfügbar sein. Bislang ist die im Oktober 2011 gestartete Plattform zu Videodownload in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland erhältlich. Derzeit nutzen es 12,5 Millionen Haushalte.

Sony und fünf weitere Hollywood-Studios, darunter 20th Century Fox, Warner Bros. und Paramount, wollen mit der weltweiten Expansion die Vormachtstellung von Apple mit iTunes beim Herunterladen von Filmen und Serien brechen.

Zu den Preisen für Ultraviolet wollte sich Sony nicht konkret äußern. Bishop sagte nur: „Unsere Preisstrategie wird sich an den USA orientieren. Dort sind wir so gestartet, dass mit jedem Kauf einer Blu-ray das Recht verbunden war, den Film bei Ultraviolet zu registrieren und damit jederzeit und überall verfügbar zu haben.“ Die Blu-ray mit Ultraviolet kostet in den USA in der Regel 17,99 Dollar.

Ultraivolet, ein Cloud-basiertes Lizenzsystem, erlaubt es Kunden, ihre Inhalte wie Filme und Serien auf bis zu zwölf Endgeräten zu nutzen – vom Smartphone über Tablet-PC bis zum Computer. Das Videogeschäft ist für die Hollywood-Studios neben dem Kino die wichtigste Erlösquelle. Marktteilnehmer schätzen das Marktvolumen für Home Entertainment auf rund 40 Milliarden Dollar.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Konkurrenz für iTunes: Sony startet Filmportal Ultraviolet in Deutschland"

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  • Ja.. Da entscheide mich doch viel lieber für Samsung, die wohl das meiste Geld mit der Herstellung von W.affen machen. Deren TV`s und Smartphones halten immer 30% länger als alle anderen, auch ihre Klimaanlagen und Kühlschränke. Deren Tanker sind auch von aller bester Qualität. Ich Frage mich nur immer, in welcher Branche ihre Kernkompetenzen liegen ???

  • Man muß sich ja nur aufmerksam die Filme ansehen, welche Sony-Pictures vertreibt. Man braucht für absoluten inhaltlichen Dreck eine glänzende und leuchtende hollywoodsche Hochglanzverpackung? Sony-Pictures ist da gleich mit dabei.
    Außerdem habe ich die Erfahrung mit Sony-Produkten gemacht, daß sie noch weniger lange halten als Produkte anderer Markenhersteller. Geplante Obsoleszenz wird von dieser Firma offensichtlich auf die Spitze getrieben.

    Aber seit ich aufmerksam beobachte welche Schundfilme dieser Konzern in die Hirne der Massen drückt, kommt mir kein Sony-Produkt mehr in's Haus.

  • @adbnd

    Ja, das Abspielen irgendwelcher Titel gehört ja auch zu den wirklich lebenswichtigen Dingen überhaupt, unabdingbar für die heutige Generation der komplett-verblödeten VollDekadenzler.

    Smartphone-Wischen, Fussball-Gucken, Saufen etc.

    Da nimmt man gern das Ende der Freiheit in Kauf.

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