Konzern plant Umstrukturierung der Problemsparten
Siemens packt seine Baustellen an

Der neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld forciert den Umbau des Münchener Technologie-Konzerns. Die drei Problemsparten Telekommunikation, IT-Dienstleistungen und Logistik werden dabei in einigen Bereichen neu strukturiert. Die IG Metall hat bereits Widerstand gegen Teile der Neuordnung angekündigt.

jojo MÜNCHEN. Im Fokus steht insbesondere der Umbau im Telekommunikationsgeschäft Siemens Com. Die größte Sparte des Konzerns hat im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Verlust von 70 Mill. Euro gemacht. Analysten gehen davon aus, dass Kleinfeld den Umbau nun zügig in Angriff nimmt. „Der Wechsel von Com-Chef Lothar Pauly zu T-Systems ist ein Signal, dass nun die Umbaumaßnahmen beginnen“, heißt es in der Hypo-Vereinsbank. Nachfolger Paulys wird Thomas Ganswindt, der bislang im Zentralvorstand, dem obersten Entscheidungsgremium von Siemens, für Com zuständig war.

Erste Weichenstellungen gibt es bereits: Siemens hat angekündigt, dass ein großer Teil des Firmenkundengeschäfts von Com in ein eigenes Unternehmen ausgelagert werden soll. Davon betroffen sind 4 630 Mitarbeiter. Nach Ansicht der IG Metall könnte das der Einstieg in den Verkauf oder die Schließung sein. Pauly hatte jüngst erst in einem Interview mit dem Handelsblatt eingeräumt, dass im Firmenkundengeschäft Handlungsbedarf bestehe. Pauly: „Wir müssen neue Märkte erschließen, weil wir viel zu stark auf Deutschland konzentriert sind.“

Darüber hinaus teilte Siemens mit, den defizitären Teil seines Logistikgeschäfts, die Industrielogistik, auszugliedern. Dieses Geschäftsgebiet mit 5000 Mitarbeitern soll fit für Kooperationen gemacht werden. Die IG Metall hingegen befürchtet, dass die Sparte abgestoßen werden soll.

Für Unruhe unter den Siemens-Mitarbeitern sorgt zudem die Übernahme des Handy-Geschäfts durch BenQ. Noch immer seien viele für die Mitarbeiter wichtige Fragen nicht geklärt, heißt es bei der Gewerkschaft. Offen sei vor allem, ob der Taiwaner Elektronikkonzern die Standort- und Beschäftigungssicherung von Siemens übernimmt. Unklar sei ebenfalls, ob BenQ dem Arbeitgeberverband beitreten wird. BenQ bekommt das hoch defizitäre Geschäft von Siemens geschenkt und erhält zudem eine Mitgift von 250 Mill. Euro. Der Deal soll Ende des Monats über die Bühne gehen.

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