Konzernchef Ostrowski will weiter aufräumen
Schwache Konjunktur bremst Bertelsmann

Die Konsumzurückhaltung und der starke Euro dämpfen die Gewinnerwartung des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann.

HB BERLIN. Für das Gesamtjahr rechnet die Muttergesellschaft des TV-Konzerns RTL Group, der Buchgruppe Random House und des Zeitschriften-Verlags Gruner & Jahr nicht mehr damit, das operative Ergebnis halten oder sogar steigern zu können. "Das Operating Ebit wird vor dem Hintergrund gedämpfter Konjunkturaussichten leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreswert liegen", erklärte Finanzvorstand Thomas Rabe am Donnerstag. Im ersten Halbjahr verzeichneten alle Unternehmensbereiche rückläufige oder stagnierende Gewinne, das Buchclubgeschäft der Direct Group sogar Verluste.

Um künftiges Wachstum zu sichern, räumt Konzernchef Hartmut Ostrowski derzeit auf. Geschäfte, die wiederholt ihre Ziele verfehlen, werden abgestoßen. So verkauft Bertelsmann seinen 50-Prozent-Anteil an dem Musik-Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG an den bisherigen Partner Sony und dampft die defizitäre Buchclub-Sparte ein. Im ersten Halbjahr sorgten die Geschäftsteile, von denen sich der Konzern nun trennt, unter dem Strich für einen Verlust von 70 Millionen Euro.

"Die großen Arbeiten am Portfolio sind nun abgeschlossen", sagte Ostrowski. Dies gelte auch für die Direct Group mit der Keimzelle des Bertelsmann-Konzerns - dem deutschen Buchclub. "Wir glauben, dass wir die Direct Group weiterentwickeln können. Die Geschäfte werden im zweiten Halbjahr positiv sein." Die Zukunft der knapp 90-prozentigen RTL-Beteiligung ließ er offen. Sowohl eine Aufstockung als auch eine Reduzierung sei denkbar.

Mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr zeigte sich Ostrowski angesichts des wirtschaftlichen Umfelds zufrieden. "Sowohl in Westeuropa als auch in Nordamerika gibt es Schwierigkeiten im konjunkturellen Bereich." Bis auf die Dienstleistungstochter Arvato, umsatzmäßig der zweitgrößte Bereich nach RTL, wiesen alle Töchter Umsatzeinbußen aus. Der Konzernumsatz ging um 1,2 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zurück. Der Geschäfte, von denen sich Bertelsmann trennt, sind dabei schon herausgerechnet. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen fiel um 8,5 Prozent auf 681 Millionen von 739 Millionen Euro. Netto stieg der Konzerngewinn wegen des Wegfalls von Sonderbelastungen und eines geringeren Steueraufwands auf 372 Millionen Euro von 51 Millionen Euro im Vorjahr.

Auch im Gesamtjahr erwartet Bertelsmann unter dem Strich einen Konzerngewinn deutlich über Vorjahr. Der Umsatz aus den fortgeführten Aktivitäten werde 2008 zulegen.

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