Konzernchef wechselt in den Aufsichtsrat
Finanzinvestor kauft Kabelbetreiber

Die Karten im deutschen Kabelmarkt werden neu gemischt: Der amerikanische Finanzinvestor Providence übernimmt Kabel Deutschland (KDG) komplett. Der Konzern war in diesem Jahr bereits in Spanien, Schweden und in den Niederlanden bei Kabelnetzbetreibern eingestiegen.

HB DÜSSELDORF. „Das ist für uns die einzigartige Möglichkeit, den größten Kabelbetreiber in Europas größtem Kabelmarkt zu übernehmen“, sagte ein Providence-Manager gestern. Die Private-Equity-Firma zahlt nach Informationen des Handelsblatts an die bisherigen Gesellschafter Apax und Goldman Sachs 2,14 Mrd. Euro für zwei Drittel der Anteile. Bereits seit Monaten kursierten Gerüchte über einen Gesellschafterwechsel bei dem Münchener Kabelkonzern.

Die Finanzinvestoren kennen das Kabel- und Mediengeschäft gut. In diesem Jahr waren sie in Spanien, Schweden und in den Niederlanden bei Kabelnetzbetreibern eingestiegen. Außerdem sind sie am Hollywood-Studio MGM und am Satellitenkonzern Panamsat beteiligt. Providence, Apax und Goldman hatten im Frühjahr 2003 die KDG von der Deutschen Telekom für 1,75 Mrd. Euro übernommen. Ein Zickzackkurs und Managementprobleme hatten allerdings den Kabelkonzern in der Vergangenheit paralysiert. Für Apax und Goldman war die KDG jedoch ein glänzendes Geschäft. Sie haben mit Sonderdividenden und dem hohen Verkaufspreis ein Vielfaches ihres Einsatzes zurückerhalten.

„Wir werden in den kommenden drei Jahren 500 Mill. Euro investieren“, hieß es gestern bei Providence. Der für das kommende Jahr geplante Börsengang des Kabelunternehmens ist durch die Übernahme unwahrscheinlich geworden. Die neuen Besitzer wollen das Kombiangebot aus Fernseh-, Internet- und Telefonanschluss ausbauen. Kabel Deutschland bietet bereits ein Kombipaket aus Fernseh-, Internet- und Telefonanschluss zu einem Festpreis von etwa 30 Euro an.

Nach Angaben von Gesellschaftern wird der Kabelkonzern mit 3,2 Mrd. Euro bewertet. Erst Ende November legte Kabel Deutschland gute Zahlen vor. Die frühere Telekom-Tochter kehrte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/06 in die Gewinnzone zurück. Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber hat unter dem Strich einen Nettogewinn von 17 Mill. Euro verbucht nach einem Verlust von knapp 41 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte 2,8 Prozent auf 528 Mill. Euro zu. Für Wachstum sorgten insbesondere das schnelle Internet und das eigene Bezahlfernsehen mit rund 300 000 Kunden. Kabel Deutschland hat rund 9,5 Millionen Kabelkunden und ist in sämtlichen Bundesländern außer Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vertreten.

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