Konzernumbau
Zukunft von Fujitsu Siemens auf der Kippe

Dem letzten deutschen Computerhersteller, Fujitsu Siemens, droht das Aus. Im Zuge des radikalen Konzernumbaus prüft Siemens den Ausstieg, hieß es in Medienberichten. Vieles deute auf eine Trennung hin. Siemens-Chef Peter Löscher hatte sich seit seinem Amtsantritt wiederholt unzufrieden über die Rendite des Gemeinschaftsunternehmens geäußert.

HB MÜNCHEN/TOKIO. Der Technologiekonzern Siemens verhandelt mit dem japanischen Partner Fujitsu über die Zukunft der gemeinsamen Computertochter Fujitsu Siemens Computers (FSC). Siemens werde den Vertrag mit Fujitsu vorsorglich bis zum Herbst kündigen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Was dann mit FSC geschehe, sei offen. Fujitsu bestätigte Gespräche mit den Münchenern. Entscheidungen seien allerdings noch keine gefallen, erklärte ein Firmensprecher.

Die beiden Partner müssen sich ihre Anteile von je 50 Prozent am größten europäischen Computerhersteller zuerst gegenseitig anbieten. Erst nach einer Ablehnung ist ein Verkauf an Dritte möglich. Denkbar sei auch, dass einer der Partner alle Anteile bei sich bündelt, um FSC als Ganzes weiterverkaufen zu können. Den Kreisen dürften sich die Verhandlungen noch Monate hinziehen. Fujitsu habe aber kein Interesse daran, den FSC-Anteil zu übernehmen, hieß es aus japanischen Kreisen.

„Falls sich Siemens zurückzieht, wird Fujitsu aller Wahrscheinlichkeit nach deren Anteil im derzeitigen Marktumfeld nicht übernehmen. Die Marke Fujitsu allein trägt das Geschäft in Europa nicht, wo der Erfolg von billigen Modellen zu einem harten Preiskampf geführt hat“, sagte ein Insider.

Siemens-Chef Peter Löscher hat sich seit seinem Amtsantritt wiederholt unzufrieden über die Rendite des Gemeinschaftsunternehmens geäußert. Dadurch war es auch zu Spannungen mit FSC-Chef Bernd Bischoff gekommen. Der Joint-Venture-Vertrag über FSC läuft im September 2009 aus. Um auszusteigen, müssen Siemens oder Fujitsu den Kontrakt ein Jahr zuvor kündigen, sonst verlängert sich die Kooperation automatisch um fünf Jahre.

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