Kooperationen sollen neue Kunden binden
Online-Börsen wachsen mithilfe der Verlage

Bei den Online- Rubrikenmärkten stehen die Zeichen auf Kooperation. Hiermit reagieren die Unternehmen darauf, dass die Jahre des ungezügelten Wachstums vorbei sind. Durch Partnerschaften mit allgemeinen Informationswebsites haben sich Online-Börsen wie mobile.de und immobilienscout24.de bei Internet- Nutzern durchgesetzt.

sfu DÜSSELDORF.Daneben suchen die Marktplätze nun neue Kunden außerhalb des Internets. Hoch willkommene Partner sind dabei Vertreter ausgerechnet der Branche, die unter dem Erfolg der Online-Börsen am meisten zu leiden hatten, nämlich regionale und überregionale Zeitungsverlage.

Ein Beispiel liefern Stepstone und der Axel Springer Verlag („Die Welt“, „Bild“): Im September kündigten sie an, Stellenanzeigen gemeinsam vermarkten zu wollen. Springer übernahm dafür 49,9 Prozent an der deutschen Tochter des norwegischen Unternehmens. Für einen Aufpreis erscheinen Web-Inserate bei Stepstone nun auch in einigen Springer-Zeitungen. Die Seiten der Zeitungen sind umgekehrt durch Verweise mit dem Angebot des Internet-Anbieters verknüpft: „Wir erreichen nun Fach- und Führungskräfte, die nicht im Internet auf Stellensuche gehen“, begründet Stepstone den Schritt.

Die Gebrauchtwagenbörse Autoscout24.de hatte schon im August neue Kooperationen mit der Westdeutschen Zeitung und der Rheinpfalz bekannt gegeben und auch webauto.de wirbt damit, dass Anzeigen nicht nur vier Wochen im Netz, sondern einmalig auch in der Anzeigenzeitung Automarkt erscheinen.

Der Grund für diese Kooperation liegt für Georg Hesse, Geschäftsführer von Online Marketing Service, einem Vermarkter von Online-Werbeflächen auf der Hand: Etwa 80 Prozent aller Gebrauchtwagen werden inzwischen im Internet angeboten, „für Händler wird diese Masse inzwischen zum Problem“. Das Angebot des einzelnen Händlers verschwinde in der Fülle der Offerten. Anzeigen in lokalen Blättern und damit die Rückkehr vom nationalen zum regionalen Markt werden daher wieder interessant.

Von vorneherein regional geprägt ist das Immobiliengeschäft, sagt Oliver Obermann, Gründer von Immo Media Consult. Der Berater von Immobilienvermarktern glaubt daher, dass Anzeigenblätter und lokale Zeitungen für den Vertrieb relevant bleiben: „Die meisten Makler fahren eine gemischte Strategie aus Printanzeigen und Internet.“

Doch mehr noch als etablierte Internet-Rubrikenmärkte sind die Verlage auf Kooperationen angewiesen: Im ersten Halbjahr 2004 ist das Rubrikengeschäft laut Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger erneut zurückgegangen.

Die Verlage haben hierauf reagiert, wie es ihnen die Online-Marktplätze jetzt nachmachen: Kooperationen sollen die Ausfälle kompensieren. So haben sich die süddeutschen Verlage zur Plattform Bayernpool zusammengeschlossen und in der Börse ISA werden die Anzeigen der Verlagsgruppe von Holtzbrinck (Handelsblatt, Die Zeit) und der WAZ-Gruppe, des Ippen-Verlages („Münchner Merkur, tz) sowie der Internetmärkte Stellenanzeigen.de und immowelt.de gebündelt.

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