Kritik von Kunden
SAP will mehr Geld für Software-Wartung

Der Softwarekonzern SAP erhöht ab dem kommenden Jahr bei einem Großteil seiner Kunden die Preise für die Software-Wartung in mehreren Schritten. Im Gegenzug verspricht SAP besseren Service – von Kundenseite wird das neue Preismodell trotzdem kritisiert.

HB STUTTGART. Der Softwarekonzern SAP erhöht vom kommenden Jahr an in mehreren Schritten bei einem Großteil seiner Kunden die Preise für die Software-Wartung. Dadurch kann die in hartem Konkurrenzkampf mit dem US-Datenbankanbieter Oracle stehende Firma deutliche Mehreinnahmen realisieren und voraussichtlich auch ihren Gewinn erhöhen. Von Kundenseite kam Kritik an dem neuen Preismodell.

Wie SAP am Mittwoch mitteilte, erhöhen sich für einen Großteil der Kundschaft von Januar an die Preise für die Software-Wartung zunächst auf 18,3 Prozent von derzeit 17 Prozent der Software-Lizenzgebühren. Binnen vier Jahren sollen die Preise weiter auf 22 Prozent steigen. Dafür bietet SAP nach eigenen Angaben einen verbesserten Service und sichert den Kunden unter anderem eine Betreuung rund um die Uhr zu. Neukunden zahlen bereits ab Februar eine Wartungsgebühr in Höhe von 22 Prozent.

Ein Branchenexperte sagte, SAP könne im kommenden Jahr nach Abzug höherer Kosten voraussichtlich Mehreinnahmen bei den Wartungserlösen von 100 bis 200 Mill. Euro erzielen. Auch in den Folgejahren ergäben sich deutlich höhere Einnahmen. Die Mehreinnahmen dürften sich zudem positiv beim Gewinn bemerkbar machen. Die Auswirkungen auf die Ertragslage könnten jedoch noch nicht exakt beziffert werden, hieß es. SAP hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3,9 Mrd. Euro mit der Wartung von Software bei seinen knapp 48 000 Kunden erwirtschaftet.

Bei den Kunden rief die kräftige Preiserhöhung für die Software-Wartung Kritik hervor. Die im Verein DSAG zusammengeschlossenen deutschen SAP-Anwender meldeten „Klärungsbedarf“ an, wie die Organisation am Mittwoch in Walldorf mitteilte. „Für den Großteil der mittelständischen Unternehmen könnte der Enterprise Support überdimensioniert sein“, sagte DSAG-Vorsitzender Karl Liebstückel. SAP müsse in den kommenden Monaten deutlich machen, dass nicht nur die Preise erhöht werden, sondern auch bessere Leistungen geliefert würden, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientierten.

Der Großteil der SAP-Kunden in Deutschland stammt aus dem Mittelstand, wo der Konzern mit einer neuen Software noch stärker Fuß fassen will. Die über das Internet verfügbare neue Miet-Software stößt bei den mittelständischen Firmen jedoch zum Teil auf Ablehnung. Branchenkenner halten die Lizenzgebühren für zu hoch, zudem scheuten viele Unternehmen vor der Auslagerung ihrer Daten in SAP-Rechenzentren zurück. Bei mittelständischen Firmen mit bis zu 1 000 Mitarbeitern tritt SAP gegen Anbieter wie Sage, Infor, Lexware und Microsoft an.

Der mit Abstand weltgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware will nach mehreren Jahren mit hohen Investitionen nun die Rentabilität steigern und zu seinen schärfsten Konkurrenten aufschließen, die höhere Gewinnmargen einfahren. Der spätestens im kommenden Frühjahr ausscheidende SAP-Co-Vorstandschef Henning Kagermann sieht in wenigen Jahren eine operative Marge von 35 Prozent als erreichbar an. 2007 kam SAP auf eine Rendite vor Steuern und Zinsen von 27,3 Prozent, für dieses Jahr hat sich der der vor mehr als 35 Jahren gegründete Konzern trotz der schwierigen US-Konjunktur 28,5 bis 29,0 Prozent vorgenommen.

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