Kunden greifen immer öfter zu günstigeren Geräten
Preisdruck macht PC-Herstellern schwer zu schaffen

In der Computerbranche wird der Kampf um die Kunden zunehmend härter. „Zum Teil sind unsere Wettbewerber sogar bereit, bei Aufträgen großer Konzerne Geld zu verlieren“, klagt Bernd Bischoff, Chef des Münchener PC-Herstellers Fujitsu Siemens Computers (FSC).

jojo MÜNCHEN. Die Käufer sind offenbar immer weniger gewillt, für neue Rechner so viel Geld auszugeben wie früher. Stattdessen greifen sie zu günstigen Geräten. So sanken die Einnahmen aus dem Verkauf von Desktop-PCs von Dell im abgelaufenen Quartal um zwei Prozent, obwohl der Weltmarktführer so viele Geräte wie noch nie verkauft hat.

„Keine Frage, mit unserem Umsatzwachstum sind wir nicht zufrieden“, gibt Paul Bell zu, der Europachef von Dell. Der US-Konzern steigerte seinen Umsatz in dem am 28. Oktober zu Ende gegangenen Quartal lediglich um elf Prozent, so wenig wie schon lange nicht mehr. Zum Vergleich: Im selben Quartal des Vorjahres fuhr Dell noch ein Umsatzplus von 17 Prozent ein. Die erfolgsverwöhnten Texaner begründeten die vergleichsweise schwachen Zahlen unter anderem damit, dass in Amerika viele Kunden zuletzt vermehrt Billig-PCs gekauft hätten.

Preisdruck ist in der Computerindustrie an sich nicht ungewöhnlich. Jeden Tag werden die Geräte günstiger, weil die Komponentenpreise sinken. Dell ist es bislang jedoch immer wieder gelungen, den Kunden höherwertigere Geräte zu verkaufen und damit den Umsatz nicht nur zu halten, sondern sogar in die Höhe zu treiben. Jetzt lag der durchschnittliche Verkaufspreis der Dell-Rechner mit 1 520 Dollar jedoch um 50 Dollar unter dem Vorjahreswert. Nach Ansicht von Experten sehen viele Konsumenten momentan keinen Grund, hochgerüstete Rechner zu kaufen, weil sie keine Anwendungen dafür haben.

Von den Stückzahlen her läuft das Geschäft zwar rund. Im dritten Quartal gingen mit 55 Mill. Stück weltweit 17 Prozent mehr Rechner über die Ladentheken als im Vorjahr, haben die Analysten von Gartner ausgerechnet. Nach Ansicht der Experten wurde das Wachstum allerdings unter anderem durch permanente Preissenkungen der Hersteller getrieben.

Ein Ende des heftigen Konkurrenzkampfes ist derzeit nicht in Sicht. „Die Preise werden weiter sinken“, ist FSC-Chef Bischoff überzeugt, „und zwar im zweistelligen Prozentbereich.“ Um dem Druck zu entgehen, suchen sich die Produzenten Bereiche, in denen sie dem Preisverfall leichter entgehen können.

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