Kunststoffteile-Hersteller
Balda sucht neue Aktionäre

Seit Jahren kämpft Kunstoffteile-Produzent Balda mit Verlusten. Künftig sollen neue Anteilseigner frisches Geld in die Kassen spülen. Zudem will der Konzern in Europa oder Nordamerika zukaufen.
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DüsseldorfDer seit Jahren immer wieder mit Verlusten kämpfende Kunststoffteile-Hersteller Balda sucht neue Anteilseigner. Das Management führe Gespräche mit potenziellen Investoren, die ein langfristiges Interesse an Balda hätten, sagte Firmenchef Dominik Müser am Mittwoch auf der Hauptversammlung laut Redetext. Es sei kein Geheimnis, „dass unser derzeitiger Aktionärskreis auch Aktionäre umfasst, die die Attraktivität von Balda eher aus der außergewöhnlich hohen Liquidität unseres Konzerns und der Chance auf Sonderdividenden ableiten.“ Müser bekräftigte zudem, „zeitnah“ erste Ergebnisse über die Kaufverhandlungen in Nordamerika und Europa zu liefern. Er sei optimistisch, „noch in diesem Jahr den ersten Zukauf vermelden zu können.“

Das Balda-Management hatte sich in der Vergangenheit einen erbitterten Streit mit Großaktionär Octavian geliefert, der dem Aufsichtsrat vorwarf, nicht im Interesse der Anteilseigner zu handeln. Der New Yorker Investor drängte auf den gewinnträchtigen und mehrfach verschobenen Verkauf der Balda-Anteile am malaysischen Touchscreen-Hersteller TPK. Letztendlich trennte sich Balda in zwei Schritten von seinen TPK-Anteilen, was der Firma insgesamt 392 Millionen Euro in die Kassen spülte. Über Sonderdividenden erhalten die Aktionäre insgesamt 194 Millionen Euro davon.

„Wir müssen uns allerdings darüber klar sein, dass wir durch die Ausschüttung von Sonderdividenden für Sie als Aktionäre keinen Wert schaffen, weil die Dividende einfach vom Aktienkurs abgezogen wird“, betonte Müser. Er versprach den Aktionären, in der Zukunft durch Investitionen und Verlässlichkeit das Image und den Wert der vor über 100 Jahren gegründeten Firma zu verbessern. Müser will durch Übernahmen den Umsatz der Medizintechnik „zügig“ auf 100 von 40 Millionen Euro im Jahr 2011 ausbauen.

 

Balda ringt seit 2006 immer wieder mit zum Teil hohen Verlusten. Sondereinnahmen wie die üppigen Gewinnen aus der Finanzbeteiligung an TPK oder zuletzt Erlöse aus deren Verkauf hielten die Firma zwar netto ab und an in der Gewinnzone. Operativ leidet Balda allerdings unverändert. Im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr - Januar bis Juni 2012 - verbuchte die Firma mit ihren knapp 1300 Mitarbeitern einen Umsatz von 24,7 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) schlug indes ein Verlust von 14,7 Millionen Euro zu Buche. Für das laufende Geschäftsjahr gelobte Müser Besserung und stellte ein "in etwa ausgeglichenes" Ebit in Aussicht. Er schränkte allerdings ein: "Der Konjunkturtrend der vergangenen Wochen hat das Erreichen dieses Ebit-Ziels sicher nicht erleichtert."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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