Laut Finanzvorstand
Telekom will in diesem Jahr Globe-Verkauf abschließen

Zwar war der Deal erst vor etwa einem Monat gescheitert, dennoch führt die Telekom weiterhin Gespräche mit den Mitgesellschaftern.

slo/HB DÜSSELDORF/BERLIN. Die Deutsche Telekom AG rechnet noch in diesem Jahr mit dem Verkauf ihrer Anteile an der philippinischen Mobilfunkgesellschaft Globe Telecom. Ein erster Versuch, sich von dieser Beteiligung zu trennen war vor etwa einem Monat gescheitert. Die Telekom führe aber weiterhin Gespräche mit den beiden Mitgesellschaftern Singapore Telecommunications (Singtel) und Ayala. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr noch ins Geschäft kommen“, sagte Karl-Gerhard Eick, Finanzvorstand der Telekom, gestern am Rande einer Finanz-Konferenz in Berlin.

Die Telekom ist mit knapp 25 % an Globe Telecom beteiligt. Analysten schätzen den Wert des Aktienpakets auf etwa 400 Mill. Euro. Nach Ansicht von Branchenexperten sind das Telekomunternehmen Singtel und der philippinische Mischkonzern Ayala, die jeweils etwa ein Drittel der Anteile an Globe Telecom halten, die natürlichen Käufer für das Telekom-Aktienpaket. Die beiden Mitgesellschafter spielen aber offenbar auf Zeit und feilschen um einen möglichst günstigen Preis, um ihre Beteiligung an dem philippinischen Mobilfunknetzbetreiber aufzustocken.

Das Ziel, in den Jahren 2000 bis einschließlich 2003 Vermögenswerte von mehr als 25 Mrd. Euro zu verkaufen, wird die Telekom laut Eick aber in jedem Fall übertreffen. Zu dieser Summe haben unter anderem der Börsengang der Internettochter T-Online sowie der Verkauf des TV-Kabelnetzes beigetragen.

Die Telekom will in diesem Jahr zudem noch mit Forderungen ihrer Mobilfunktochter T-Mobile besicherte Anleihen auf den Markt bringen. Bisher waren diese so genannten Asset Backed Securities (ABS) auf die Telekom-Sparten T-Com und T-Systems begeben worden. Der Erlös aus dieser Transaktion soll im vierten Quartal verbucht werden, sagte Eick.

Der Konzern hat mit Banken die Platzierung von ABS über bis zu 600 Millionen Euro vereinbart. Am Ende dieses Jahres will die Telekom ihre Schulden auf etwa 49 bis 52 Mrd. Euro senken. Ende Juni lagen sie bei 53 Mrd. Euro.

Unterdessen hat sich die Klärung aller juristischen Details bei der geplanten kompletten Übernahme der polnischen Mobilfunkgesellschaft PTC weiter verzögert. Ursprünglich sollten die Verträge bereits Ende vergangener Woche festgezurrt werden. „Wir hoffen, dass wir dies diese Woche abschließen werden“, sagte Eick. Die Telekom will 51 % der PTC-Anteile von Vivendi Universal und dem polnischen Versorger Elektrim für 1,1 Mrd. Euro in bar kaufen. Der Bonner Konzern ist bereits mit 49 % an dem polnischen Mobilfunkmarktführer beteiligt. Eine weitere Expansion in Mittel- und Osteuropa schloss der Finanzchef gestern aus. Es werde bei dem Zukauf in Polen bleiben. Eick: „Wir sind derzeit nicht im Akquisitions-Modus.“

Eick bekräftige zudem die Investitionspläne für das Geschäft mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS. Insgesamt seien für dieses und das nächste Jahr 1,6 Mrd. Euro vorgesehen. Im laufenden Jahr investiere die Telekom etwa 400 bis 500 Mill. Euro dieser Summe. „Sobald die Netze eingeschaltet sind, steigt der Investitionsbedarf“, sagte Eick. Thomas Winkler, Finanzvorstand der Telekom-Mobilfunksparte, hatte bereits Anfang September vor Analysten angekündigt, dass im nächsten Jahr mehr Geld in UMTS fließen wird.

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