Machtkampf entschieden
Die zwei Hälften des neuen Apple-Gehirns

Apple-Chef Tim Cook greift durch: Er entmachtet einen Manager und weist Chef-Designer Jony Ive eine Schlüsselrolle zu. Cook und Ive könnten gemeinsam die Lücke füllen, die der verstorbene Gründer Steve Jobs hinterließ.
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CupertinoAls Apple-Gründer Steve Jobs vor gut einem Jahr starb, stand die Frage im Raum, wer ihn in der Rolle des Chef-Visionärs ersetzen würde. Jetzt gibt es eine Antwort: Der langjährige Chefdesigner Jony Ive. Der Brite bekommt zusätzlich auch die General-Verantwortung für das Software-Design übertragen und rückt damit ins Zentrum des Apple-Universums. Bisher hatte nur Steve Jobs selbst eine solche Machtfülle – auch wenn der „iGott“ bei Apple natürlich das letzte Wort in allen Fragen hatte. Der 45-jährige Ive muss jetzt beweisen, dass er die Fußstapfen des legendären Gründers beim wertvollsten Unternehmen der Welt ausfüllen kann.

Apple-Chef Tim Cook hat mit seiner Personalrochade die Chefetage komplett neu ausgerichtet. Genauso wichtig wie der Aufstieg von Ive ist auch der Fall seines langjährigen internen Rivalen Scott Forstall. Der Mann, der mit der Softwareplattform iOS das Betriebssystem für die beiden wichtigsten Apple-Produkte – iPhone und iPad – lieferte, ist raus.

Er war für den misslungenen Kartendienst verantwortlich, mit dem Apple zuletzt seine Kunden verärgerte. Zugleich war er laut US-Medienberichten für einen rüpelhaften Führungsstil bekannt, der im Apple von Tim Cook nicht mehr gefragt ist. Jobs konnte sich in seinem Haus vieles erlauben – Forstall als „Zauberlehrling“ und „Mini-Jobs“, der sogar das gleiche silberne Mercedes-Coupé fuhr, offenbar nicht.

Ive und Cook als Spitzenteam – das ist die Lösung, die Jobs-Biograf Walter Isaacson schon im vergangenen Jahr für die beste Möglichkeit hielt. Ein Mann schaffe es definitiv nicht, Steve Jobs zu ersetzen – „aber zwei können es“, meinte er in der „New York Times“. Der neue Konzernchef Tim Cook stehe für die „Business-Seite von Steves Gehirn“. Designchef Jony Ive hingegen verkörpere die künstlerische, emotionale, romantische Hälfte von Jobs, schwärmte Isaacson, der für die Biografie viele Stunden mit dem Apple-Gründer in dessen letzten Jahren verbracht hatte.

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