Markt-Übermacht
Google bietet im Kartellstreit mit EU Zugeständnisse an

Seit 2010 läuft ein Verfahren bei der EU-Kommission gegen den Suchmaschinenbetreiber. Offenbar will Google dies jetzt zu einem gütlichen Ende bringen, um Strafen zu vermeiden. Ein Markttest soll nun Gewissheit bringen.
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BrüsselIn den seit zwei Jahren andauernden Kartellstreit zwischen der EU und Google kommt Bewegung. Der US-Konzern habe formale Zugeständnisse gemacht, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Details wurden zunächst nicht genannt. Experten vermuteten, dass Google möglicherweise doch ohne Strafe das Verfahren beenden könnte.

Wettbewerber werfen dem weltgrößten Suchmaschinenanbieter vor, seine Marktmacht zu missbrauchen. Laut der Forschungsgruppe comScore hat Google allein in Europa einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent, vor Konkurrenten wie Microsofts Bing und Yahoo. Bereits im Januar soll Google erste Vorschläge vorgelegt haben, um das Verfahren zu einem gütlichen Ende zu bringen. Kreisen zufolge gehörte dazu das Angebot, Werbekunden weniger Auflagen zu erteilen und eigene Dienste bei den Suchmaschinen-Ergebnissen gesondert hervorzuheben.

Ein Markttest soll nun Aufschluss darüber bieten, ob die Zugeständnisse ausreichend sind. „Wir bereiten derzeit einen Markttest vor, um Feedback von anderen Akteuren, darunter auch den Beschwerdeführern, zu den Vorschlägen bekommen zu können“, sagte Kommissionssprecher Antoine Colombani. Von den Ergebnissen ist abhängig, ob die Zugeständnisse akzeptiert werden.

Die EU-Kommission eröffnete Ende 2010 ein Verfahren gegen den Suchmaschinenbetreiber. Mehrere Konkurrenten, darunter Microsoft, hatten sich über Geschäftspraktiken beschwert. Dazu gehörten auch die US-Online-Reiseanbieter Expedia und TripAdvisor sowie die britische Preis-Vergleichsseite Foundem. Demnach rückt Google bei seiner Suchmaschine auf unfaire Weise eigene Dienste in den Vordergrund. Auch schließe Google Knebelverträge mit Werbekunden ab, so dass diese keine Anzeigen mehr bei anderen Anbietern schalten könnten, hatte die Kommission moniert.

Unternehmen können bei Verstößen gegen EU-Recht mit Strafen belegt werden, die maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes betragen. Bei Google wären das rund vier Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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