Marktführer spürt die Krise noch nicht
Ericsson löst Kursfeuerwerk aus

Der weltweit größte Hersteller von Mobilfunknetzen, Ericsson aus Schweden, hat die Märkte trotz Finanzkrise positiv überrascht: Der Konzern übertraf mit seinem Gewinn und Umsatz die Erwartungen so deutlich, dass Ericsson und die Stockholmer Börse eine vorgezogene Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal dieses Jahres beschlossen.

STOCKHOLM. Der Kurs der Ericsson-Aktie schnellte nach der Vorlage am Montag morgen zunächst um mehr als 20 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit über einem halben Jahr. Der Titel hatte allerdings seit Jahresbeginn 34 Prozent verloren. Analysten zeigten sich positiv überrascht.

„Der Quartalsbericht ist gut und der Umsatz stark“, sagte Telekom-Analystin Helena Nordman-Knutsson vom Stockholmer Börsenmakler Öhman. Sie hob hervor, dass vor allem die großen Ericsson-Märkte mit den USA an der Spitze gute Ergebnisse erzielt hätten. Auch Anders Elgemyr von Glitnir in Stockholm bezeichnete die Quartalszahlen als „bärenstark“. Und das obwohl, der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent niedriger ausfiel.

Ericsson-Chef Carl-Henrik Svanberg sagte allerdings in Stockholm, dass die Geschäfte in Westeuropa wegen schwacher Nachfrage in Spanien, Italien und Großbritannien schlechter liefen. In Westeuropa sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Hier haben mehrere große Telekom-Konzerne auf die Investitionsbremse getreten. Außerdem versuchen neue Akteure wie die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE mit niedrigen Preisen Fuß zu fassen.

Vor allem die Entwicklung von Ericsson in den USA überraschte. Dort kämpft der Ericsson-Konkurrent Nortel seit längerem mit Schwierigkeiten. Der in Toronto angesiedelte Konzern ist Nordamerikas größter Hersteller von Mobilfunknetzen und musste vor einem Monat seine Prognose für das Gesamtjahr 2008 nach unten revidieren. Man rechne nun mit einem um vier Prozent niedrigeren Umsatz, erklärte Nortel-Chef Mike Zafirovski. Die Nortel-Aktie brach darauf um 49 Prozent ein.

Gerade auf dem US-Markt konnte Weltmarktführer Ericsson jedoch punkten. Vor allem der schnelle Ausbau der mobilen Breitband-technologie habe dem schwedischen Konzern geholfen, sagte Svanberg. Der Umsatz in den USA stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 44 Prozent und machte die USA neben Indien und China zu Ericssons größten Märkten.

Ericsson rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem Null-Wachstum. Angesichts der globalen Finanzkrise wurde das jedoch von den meisten Experten als sehr positiver Ausblick gewertet. Und auch Ericsson-Chef Svanberg erklärte, dass er allen Grund habe, „optimistisch zu sein“. Die meisten der großen Telekom-Konzerne hätten starke Finanzen und seien von der Finanzkrise bislang nicht betroffen, sagte er.

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