Medien
Gruner und Jahr schrumpft

Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner und Jahr ("Stern", "Geo") bekommt das schwache Anzeigengeschäft zu spüren. Er hat 2008 an Umsatz und Gewinn verloren. Es ist das zweite Jahr in Folge mit einem Rückgang.

HB HAMBURG. Auch Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr mit Marken wie „Brigitte“, „Stern“ und „Geo“ hat 2008 die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Der Konzernumsatz ging im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 2,77 Mrd. Euro zurück, teilte der Verlag am Donnerstag in Hamburg mit.

Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen verringerte sich von 264 Mio. auf 225 Mio. Euro. „Dieses Ergebnis ist angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise ordentlich“, sagte Vorstandschef Bernd Buchholz der dpa. Auch Strukturmaßnahmen drückten auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das mit 170 Mio. Euro um rund ein Viertel unter dem Vorjahreswert (226 Mio Euro) lag.

Der Bertelsmann-Tochter setzt seit dem zweiten Halbjahr 2008 der Einbruch der Anzeigenmärkte zu. „Dagegen sind die Vertriebserlöse in der Krise weitgehend stabil“, berichtete Buchholz. Der langjährige Deutschland-Chef leitet seit Januar auch den Gesamtkonzern. Neben dem Mehrheitseigner Bertelsmann (74,9 Prozent) ist die Hamburger Verlegerfamilie Jahr an der Gruner + Jahr AG & Co KG beteiligt.

„Es ist ein Bild mit Licht und Schatten“, sagte Buchholz zu den Folgen der Wirtschaftskrise auf das Verlagsangebot im In- und Ausland. Während das Geschäft in Spanien „Federn lassen musste“, lief Osteuropa Buchholz zufolge gut, Österreich brachte ein Rekordergebnis und China einen Ergebnissprung von 40 Prozent. In Deutschland legten die Umsätze weiter zu. Genaue Zahlen dazu liegen nicht vor. „Für 2009 gilt zunächst, alle Länderengagements sicher durch die Krise zu bringen und den Umsatz wenigstens zu stabilisieren.“ Eine Prognose wollte Buchholz angesichts der unsicheren konjunkturellen Entwicklung nicht abgeben. G+J sei solide aufgestellt und frei von Finanzschulden.

Darüber hinaus sollen die Angebote der Marken ausgeweitet werden, beispielsweise durch Merchandising-Produkte und neue Angebote im Internet. Auch das Geschäft mit Kundenmagazinen (Corporate Publishing) habe Potenzial, sagte Buchholz. „Wir werden trotz Krise mittelfristig Wachstum erzeugen können.“

Die neue publizistische Einheit der Wirtschaftsmedien, in der in Hamburg die „Financial Times Deutschland“, „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ zusammengeführt wurden, wird nach Einschätzung des G+J-Chefs journalistisch und in der Vermarktung überzeugen. „Wir wollen unabhängigen Qualitätsjournalismus ökonomisch tragfähig darstellen. Dabei wollen wir nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein, sondern auch unserer publizistischen Verantwortung für die Gesellschaft gerecht werden.“

Gruner + Jahr beschäftigt weltweit 14 941 Mitarbeiter, knapp 500 mehr als im Vorjahr.

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