Medien und der Tod Helmut Kohls
Journalismus auf halbmast

PremiumMehr medialer Weihrauch, Seligsprechung, ja: Heiligenverehrung wie an diesem Wochenende zum Tode Helmut Kohls war selten zu beobachten. Wieso verlieren viele Medien plötzlich jede Kritikfähigkeit? Ein Kommentar.

Es kommt selten vor, dass sich die links-alternative „taz“ bei irgendwem entschuldigt. Schließlich haben die Berliner einen Ruf zu verteidigen als letztes Revolutions-Leitorgan aller veganen Prenzlberg-Mütter und in die Jahre gekommener Sozialkundelehrer. Aber am Wochenende musste Chefredakteur Georg Löwisch eingestehen: „Das ging daneben.“

Was war geschehen? Hatte seine Zeitung dazu aufgerufen, die amtierende Grünen-Spitze zu disliken? Viel schlimmer: Am Samstag titelte die „taz“ zu einem Foto bunten Grabschmucks mit Helmut Kohls altem Klassiker von den „Blühenden Landschaften“. Natürlich war das ebenso bösartig wie billig, geschmack- und niveaulos. Aber der Sturm der Entrüstung war dann doch derart gewaltig, dass Löwisch ganz...

 
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