Medienbericht
Microsoft will sich an Dell-Übernahme beteiligen

Verschiedenen Medien zufolge verhandelt Microsoft über eine finanzielle Beteiligung an der Übernahme des kriselnden Computer-Herstellers Dell. Dabei könnte es um mehrere Milliarden Dollar gehen.
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New YorkMicrosoft will sich einem Medienbericht zufolge an einer Übernahme des schwächelnden PC-Herstellers Dell beteiligen. Der US-Softwareriese könnte ein bis drei Milliarden Dollar zur Finanzierung beisteuern, berichtete der US-Fernsehsender CNBC am Dienstag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise. Eine feste Zusage gebe es allerdings noch nicht. Die Dell-Aktie stieg in Folge der Nachricht zeitweise um bis zu 2,6 Prozent.

Der drittgrößte PC-Hersteller der Welt, der an der Börse mit rund 22 Milliarden Dollar bewertet wird, sondiert derzeit eine Übernahme des Unternehmens durch Finanzinvestoren. Sollte dies gelingen, wäre es eine der größten Private-Equity-Transaktion seit der Finanzkrise.

Microsoft wolle das Kapital in Form einer Mezzanine-Finanzierung aufbringen, einer Mischform aus Fremd- und Eigenkapital, berichtete CNBC. Microsoft und Dell lehnten eine Stellungnahme ab. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte kürzlich von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren, dass der Investor Silver Lake Partners eine Bietergruppe zusammenstellen wolle und nach Kapitalgebern suche.

Microsoft konzentrierte sich lange Jahre auf die Software und überließ die Produktion der Geräte den Partner-Herstellern. Zuletzt rückte der Konzern jedoch immer mehr ins Hardware-Geschäft vor. Bei Smartphones gibt es eine enge Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia. Bei Tablets ist Microsoft seit Oktober mit dem eigenen Gerät Surface auf dem Markt.

Eine Beteiligung an Dell könnte Microsoft auch helfen, den PC-Konzern im Windows-Lager zu halten. Denn im Rahmen des Neuanfangs könnte Dell dem Vernehmen nach in den Markt für mobile Geräte einsteigen. Als Investor hätte Microsoft möglicherweise bessere Karten bei der Auswahl des Betriebssystems und könnte Dell so in Richtung des eigenen Windows-Systems für Smartphones steuern.

Dell versucht seit einiger Zeit, sich neu aufzustellen - als Anbieter von lukrativen Dienstleistungen und Computern für Unternehmenskunden. Als Vorbild dient dem einstigen Weltmarktführer der IT-Gigant IBM, der sein PC-Geschäft einst an den chinesischen Hersteller Lenovo verkaufte, sich auf Großrechner und IT-Services verlegte und damit erfolgreich ist. Den PC-Herstellern setzt der Siegeszug von Smartphones und Tablets schwer zu.

Nach Medienberichten arbeitet Firmen-Gründer Michael Dell außerdem daran, das an der Börse Nasdaq notierte Unternehmen wieder in eine Privatgesellschaft umzuwandeln. Ein Abschied von der Börse könnte Dell die Möglichkeit bieten, den Konzern radikaler umzubauen, ohne Rücksicht auf die Anleger nehmen zu müssen.

Dell zählt zu den großen Verlierern der Umwälzungen in der Computerbranche. Die Verbraucher greifen inzwischen lieber zu Smartphones und Tablets. Der weltweite Marktanteil von Dell sank im Weihnachtsquartal nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner auf 10,2 Prozent von 12,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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