Medienbranche
Springer-Verlag baut Einfluss in der Türkei aus

Der Berliner Medienkonzern Axel Springer baut seinen Einfluss bei dem unter staatlichen Druck geratenen türkischen Partner Dogan Yayin aus. Der „Bild“-Herausgeber, bisher nur mit einem Viertel an der Fernseh-Tochter Dogan TV beteiligt, werde 29 Prozent an der gesamten Medienholding übernehmen, hieß es. Ein Kaufpreis steht noch nicht fest.
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HB DÜSSELDORF. Der Berliner Verlagskonzern Axel Springer baut seinen Einfluss bei dem unter staatlichen Druck geratenen türkischen Partner Dogan Yayin aus. Der "Bild"-Herausgeber, bisher nur mit einem Viertel an der Fernseh-Tochter Dogan TV beteiligt, werde 29 Prozent an der gesamten Medienholding übernehmen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Eigentümer-Holding Dogan Sirketler Grubu, die bisher fast 75 Prozent hält, zieht sich auf ein Minderheitsanteil zurück und gibt auch im Tagesgeschäft Macht an Springer ab. Der deutsche Verlag betonte, der geplante Einstieg werde nur dann vollzogen, wenn Dogan Yayin seinen existenzbedrohenden Steuerstreit mit der türkischen Regierung erfolgreich beilegen könne.

Dogan Yayin, die unter anderem die Massenblätter "Hürriyet" und "Milliyet" herausgibt, sieht sich Forderungen des Staates über gut zwei Mrd. Euro ausgesetzt. Für kommenden Dienstag ist ein Schlichtungstermin angesetzt. "Hürriyet" steht der AKP-Partei von Ministerpräsident Tayyip Erdogan kritisch gegenüber.

Dogan Yayin hatte kürzlich erklärt, sich einen strategischen Partner ins Haus holen zu wollen. Damit hofft der Konzern, der rund die Hälfte des privaten türkischen Medienmarkts beherrscht, auch seine Kritiker in der Regierung zu besänftigen. Auch operativ bekommt Springer in der Türkei viel Macht. Von zehn Mitgliedern des Verwaltungsrats bei Dogan Yayin stellt der deutsche Medienkonzern künftig drei, im Vorstand einen von fünf Managern, der zudem ein Vetorecht bekommt.

Wie viel Springer tatsächlich für das Anteilspaket zahlen muss, wird erst in sieben Jahren feststehen. Für die 29 Prozent ist ein Preis von 357 Mio. türkischen Lira (umgerechnet 161 Mio. Euro) festgelegt, doch wird dieser erst 2016 fällig. Denn bis dahin gilt die Wertsicherungsklausel, die Springer 2007 beim Einstieg bei Dogan TV zugestanden worden war. Ein Teil der damals gezahlten 375 Mio. Euro könne mit dem Kaufpreis für die Holding-Anteile teilweise verrechnet werden, teilte Springer mit. Bei Dogan TV zieht sich Springer auf 19,9 Prozent zurück.

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