Der Medien-Kommissar
Salzburgs Liebe zu Sponsoren

Der Kampf um das Geld wird selbst für die Salzburger Festspiele - das wichtigste Musik- und Opernfestival im deutschsprachigen Raum - wieder härter. Ohne die Unterstützung großer Unternehmen geht nichts mehr.
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Zu außergewöhnlichen kulturellen Höchstleistungen sind die Salzburger Festspiele auch 96 Jahre nach ihrer Gründung durch Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss immer noch fähig. Und wie? Die Uraufführung von Thomas Adés Oper „The Exterminating Angel“ – auf der Basis eines Films „Der Würgeengel“ des spanischen Regisseurs Luis Buñuel – demonstriert das mustergültig: zeitgenössisches Musiktheater als emotionales Abenteuer.

Die Salzburger Festspiele müssen nicht nur kreativ Schwerstarbeit leisten, sondern auch wirtschaftlich. Von dem Budget in Höhe von knapp 60 Millionen Euro kommen nur 16 Millionen vom österreichischen Steuerzahler. Der Rest muss über Kartenverkäufe, Medienrechte, Spenden und Sponsoren finanziert werden.

Auch wenn in der Stadt an der Salzach nicht gerne über Geld geredet wird, so ist doch klar: Der Kampf um die Geldtöpfe wird selbst für eine so starke Medienmarke wie die Salzburger Festspiele härter. Angesichts der schwachen Konjunktur in Österreich sitzt nämlich das Geld der öffentlichen Hand alles andere als locker. Die Salzburger Festspiele müssen trotz der enormen medialen Ausstrahlung zunehmend mit anderen Subventionsempfängern aus dem Bildungs- oder Sportbereich konkurrieren. Deshalb kommt Sponsoren eine immer größere Rolle zu – auch wenn darüber im Kulturbereich manche die Nase rümpfen sollten.

Es gibt vier Hauptsponsoren: Siemens, Audi, Nestlé und Rolex. Mit Ausnahme des Uhrenherstellers, der 2012 zu den Salzburger Festspielen stieß, sind die drei anderen Konzerne bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts vielfältig in die Finanzierung der knapp 200 Aufführungen an 14 unterschiedlichen Spielstätten engagiert. Beispielsweise trägt der Siemens seit etlichen Jahren zu Popularisierung des Festivals bei, in dem unter freien Himmel auf einer LED-Wand in der Salzburger Innenstadt die Festspielaufführungen gezeigt werden.

Rund 70.000 Zuschauer zieht dieses Gratis-Spektakel während der sechs Wochen im Sommer an. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern vom Genfer See finanziert im siebten Jahr einen Nachwuchswettbewerb für junge Dirigenten, bei dem Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe persönlich für die Preisverleihung anreist. Salzburg profitiert. Das Musik-, Opern- und Theaterfestival hat einen wirtschaftlichen Effekt für die Region an der Grenze zu Deutschland von 276 Millionen Euro.

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