Medienkonzern Bertelsmann
Heiße Geschäfte dank „Shades of Grey“

„Shades of Grey“ sei dank: Weil das Buchgeschäft florierte, konnte der Medienkonzern Bertelsmann seinen Gewinn 2012 halten – mehr aber auch nicht. Der Ausblick fürs laufende Jahr ist ebenfalls mäßig.
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BerlinIn den Anfangstagen verdiente Bertelsmann sein Geld mit Kirchenbüchern – heute füllt Erotik-Literatur die Kassen: Dank der weltweit erfolgreichen Romantrilogie „Shades of Grey“ konnte der Medienkonzern 2012 seinen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres halten. Die Romane des amerikanischen Buchverlags Random House leisteten einen großen Beitrag zum Konzerngewinn, der unter dem Strich mit 619 Millionen Euro knapp über dem Vorjahresergebnis (612 Millionen Euro) lag. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 16 Milliarden Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr ist der Ausblick verhalten. Firmenchef Thomas Rabe erwartet eine „stabile bis leicht rückläufige Geschäftsentwicklung“. Das Werbegeschäft, das rund ein Viertel des Umsatzes einbringt, sei weiter schwierig, sagte er bei der Bilanzvorlage am Dienstag in Berlin. Die Umsatzrendite liege im zweistelligen Prozentbereich.

Rabe gab sich aber optimistisch, dass die neue Strategie für neuen Schub sorgt: „Bertelsmann wird in den nächsten Jahren substanziell wachsen.“ Das Unternehmen habe sich von wachstumsschwachen Bereichen getrennt und vielversprechende Geschäfte ausgemacht. 2014 sei ein Umsatz von 18 Milliarden Euro möglich.

Cash Cow der Bertelsmann-Gruppe ist weiterhin die RTL-Gruppe. Sie erzielte erstmals mehr als 6 Milliarden Euro Umsatz. Das sei maßgeblich der Produktionstochter Fremantle Media und dem Fernsehgeschäft in Deutschland zu verdanken, sagte RTL-Chefin Anke Schäferkordt. Das operative Ergebnis sank allerdings auf 1,1 Milliarden Euro. Angesichts der „schwierigen Werbemärkte“ in Südeuropa sei sie mit der Entwicklung zufrieden, so Schäferkordt.

Der Verkauf von RTL-Anteilen, der Geld für Investitionen in die Kasse spülen soll, kommt voran. Der Prozess sei weit fortgeschritten, sagte Rabe. Bertelsmann hatte im Februar angekündigt, bis zu 17,3 Prozent seiner Anteile an der TV-Gruppe abzugeben – derzeit hält der Konzern 92,3 Prozent. Der Verkauf dürfte Milliarden von Euro einbringen.

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Rekord auch ohne Erotikromane

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