Medienmacher
E-Mail von Middelhoff

Die ARD sucht einen neuen Sendetermin für ein Reportageformat. Ein Bayer soll Chef der deutschen Medienkontrolleure werden. Und Bekannte und Freunde Thomas Middelhoffs erhalten eine merkwürdige Mail.
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HamburgAm Montag geht es im Ersten um 20.15 Uhr in Reinhold Beckmanns noch relativ neuem Reportageformat „#Beckmann“ um Altersarmut. Das Thema der Sendung lautet „Länger leben und arbeiten – aber wie?“ Es könnte sein, dass es eine der letzten Ausgaben von „#Beckmann“ auf dem bisherigen Sendeplatz ist. Denn weder in der ARD noch beim federführenden NDR macht man einen Hehl daraus, dass man mit den Quoten der Beckmann-Reportagen höchst unzufrieden ist. Im Schnitt sahen die ersten vier Sendungen jeweils 1,95 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von sechs Prozent entspricht. Das ist nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Marktanteils des Ersten. Der lag 2014 bei 12,5 Prozent.

Im NDR wird derzeit intensiv über einen neuen Sendeplatz für „#Beckmann“ diskutiert. Eine Entscheidung ist wohl noch nicht gefallen, aber es ist so gut wie ausgeschlossen, dass die Sendung noch lange montags um 20.15 Uhr läuft. Eine Sendersprecherin sagt, zu „#Beckmann“ gebe es „nichts Neues“. In Hamburger Medienkreisen heißt es allerdings, auch Beckmann selbst wolle lieber heute als morgen den Sendeplatz wechseln. Er halte den bisherigen Sendetermin für denkbar ungeeignet für Reportage- und Dokumentationsformate.

Da trifft es sich, dass seit Bekanntwerden von Günther Jauchs Entschluss, seinen Sonntagabendtalk zum Jahreswechsel aufzugeben, im Ersten am Programmschema geschraubt wird. Vergleichsweise schnell entschieden die Senderhierarchen, dass Anne Will mit ihrem Talk Jauchs Sendeplatz übernehmen wird und vom Mittwoch auf den Sonntag wechselt. Sandra Maischberger wiederum, deren Plauderrunde bisher am Dienstag läuft, ist dafür ab 2016 mittwochs zu sehen. Am Dienstag um 22.45 Uhr will die ARD künftig das „Film Debüt im Ersten“ und das „Sommerkino im Ersten“ zeigen. Vielleicht findet sich hier aber auch ein Plätzchen für „#Beckmann“. Schließlich läuft das Reportageformat nur einmal im Monat.

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In der Regel wechselt der Vorsitz der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) alle zwei Jahre. Im Herbst werden die Kontrolleure des privaten Rundfunks in Deutschland bestimmen, wer ihnen ab 2016 vorsteht und den bis dahin amtierenden Jürgen Brautmeier von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) ablöst. Die Weichen für die Wahl des neuen DLM-Vorsitzenden werden aber schon jetzt gestellt. So wie es derzeit aussieht, läuft es auf Siegfried Schneider hinaus, den Direktor der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Allerdings gibt es gegen Schneiders Berufung im Direktorenkreis auch Widerstand. Schon seit längerem versuchen manche Direktoren und Medienpolitiker, die Medienaufsicht zu zentralisieren und sie von Standortinteressen einzelner Landesmedienanstalten unabhängig zu machen. Die BLM und ihr Direktor gelten aber als Anhänger des bestehenden föderalen Systems. Ihre Standortinteressen haben die Bayern in der Vergangenheit stets recht resolut vertreten. Anstelle von Schneider, der bis 2011 die bayerische Staatskanzlei von Ministerpräsident Horst Seehofer leitete, sähen manche Direktoren deshalb lieber Andreas Fischer von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) an der DLM-Spitze. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse innerhalb des Gremiums ist es aber höchst unwahrscheinlich, dass der Niedersache den DLM-Vorsitz tatsächlich übernehmen wird.

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