Milliarden-Deal in der Spielebranche
Microsoft holt sich Minecraft-Hersteller

Satya Nadella will Microsoft erneuern. So sorgt der CEO dafür, dass sich der Konzern neuen Technologien öffnet und sich weniger abschottet. Nun gelingt ihm der erste große Wurf: Die Akquise des Herstellers von Minecraft.
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Da kam der Zugriff: Microsoft übernimmt Mojang, die Softwarefirma hinter dem beliebten Spiel Minecraft, wie der IT-Konzern am Montag mitteilte. Der stolze Preis der Akquise: 2,5 Milliarden US-Dollar. Microsoft lässt sich die Erweiterung seines Portfolios im Spielebereich also einiges kosten – Minecraft, das von seinem Start 2009 bis Juni 2014 insgesamt 54 Millionen Mal in allen erdenklichen Formen verkauft wurde, soll das Angebot neben X-Box und anderen Microsoft-Produkten aufmotzen. Die Übernahme soll Ende des Jahres komplett sein und sich schon ab 2015 rentieren, so Microsoft.

„Spiele sind attraktive Anwendungen über die verschiedenen Gerätegattungen hinweg, vom PC über Konsolen bis hin zu Tablets und Handys. Milliarden Stunden werden jährlich damit zugebracht“, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Da passt Minecraft offenbar gut in die Strategie: Das Produkt wurde mit seiner Simulation virtueller Welten und deren Erkundung und Gestaltung zu einem der beliebtesten Spiele im Internet und auf Mobilgeräten.

Phil Spencer, Chef der x-Box-Sparte bei Microsoft fügt hinzu: „Minecraft ist schnell zu dem Top-Spiel auf x-Box-Live geworden, mit mehr als zwei Milliarden Spielstunden auf x-Box 360 innerhalb von zwei Jahren. Dieses Arbeitsverhältnis zwischen Mojang und uns hat die Basis dafür gelegt, dass wir über weitere Optionen nachdachten. Wir haben das unglaubliche Potenzial von Minecraft schon lange gesehen.“ Man glaube an die Kraft eines Spieles, Menschen zusammenzubringen. „Minecraft bereichert unser Portfolio und hilft uns, Plattformübergreifend neue Spieler zu gewinnen.“

Der Kauf von Mojang ist die erste richtig große Übernahme, seit Nadella bei Microsoft im Februar als CEO das Ruder von Vorgänger Steve Ballmer übernommen hat. Die Strategie dahinter: Minecraft lässt sich auf Konsolen, Computern und mobilen Geräten spielen, die Microsoft und auch Rivalen wie Apple herstellen. Auch wenn Minecraft laut Microsoft weiterhin auf allen Software-Systemen von PCs über Apples iOS, Googles Android und Sonys Playstation laufen soll, dürfte Microsoft die Anwendung durch die Übernahme natürlich enger an sich binden und vielleicht sogar wieder mehr Kunden für seine X-box gewinnen. „Minecraft ist mehr als ein tolles Spielkonzept – es ist eine offene Plattform und wird von einer lebendigen Gemeinschaft getragen, die wir äußerst ernst nehmen“, sagte Nadella in einem Statement am Montag. „Diese Plattform bietet noch eine Fülle neuer Optionen für diese Gemeinschaft und auch für Microsoft“, so der Manager weiter.

Minecraft-Erfinder Markus „Notch“ Persson wird die von ihm gegründete schwedische Firma Mojang mit deren Übernahme durch Microsoft verlassen. Er habe sich schon länger von der „Minecraft“-Entwicklung zurückziehen wollen, schrieb Persson in einem Blogeintrag am Montag. „Ich kann nicht für etwas so großes verantwortlich sein“, er sei einfach nur ein Programmierer. Persson hielt die Mehrheit an Mojang. Die Übernahme ist Teil von Nadellas Strategie, Microsoft wieder mehr auf Software für mobile Endgeräte, auf Clouddienste und Unterhaltungsprodukte auszurichten, da der PC-Markt weitestgehend gesättigt ist. Er strebt zudem an, die eigenen Programme mit denen der Konkurrenz kompatibel zu machen, statt sich in einem eigenen Microsoft-Produkt-Imperium abzuschotten.

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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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