Milliarden-Deal
Vivendi schafft neuen Computerspiel-Giganten

Vivendi -Chef Jean-Bernard Lévy hat mit dem Zukauf des US-Spieleherstellers Activision für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Denn Beobachter rechneten eher mit einer Verstärkung im Bereich Mobilfunk. Erst Anfang November hatte Vivendi die Gespräche zur Übernahme von Oger Telecom, die in der Golfregion aktiv ist, aufgrund von Differenzen bei den Preisvorstellungen abgebrochen.

PARIS. Nun schlägt der Mischkonzern (Mobilfunk: SFR und Maroc Telecom, TV: Canal-Plus, Musik: Universal Music, Spiele: Vivendi Games) im Spielesektor zu und tätigt den seit mehreren Jahren größten Zukauf der Konzerngeschichte. Dabei fusioniert die Tochter Vivendi Games mit dem US-Spielenbieter Activision, Vivendi übernimmt die Mehrheit an dem neuen Ensemble, das nach Unternehmensangaben einen Wert von 18,9 Milliarden Dollar hat.

Die Details: Vivendi bringt seine Tochter Vivendi Games ein (Bewertung: 8,1 Milliarden Dollar) und zahlt 1,7 Mrd. Dollar in bar. Im Gegenzug bekommen die Franzosen 52 Prozent an dem fusionierten Spieleanbieter, der Activision Blizzard heißen soll. Daraus ergibt sich eine Bewertung von Activision von 9,1 Milliarden Euro – 26 Prozent über dem Börsenwert von Freitag. "Ein angemessener Aufschlag für die Übernahme der Kontrolle“, heißt es dazu bei Vivendi. Chef des fusionierten Spielerriesen soll der derzeitige Activision-Chef Robert Kotick werden, im Verwaltungsrat haben die Vivendi -Vertreter die Mehrheit (sechs von elf), Vivendi -Manager René Penisson soll das Board leiten.

Mit einem Umsatz von 3,8 Milliar-den Dollar entsteht somit der größte Anbieter von Computer-Spielen. Das fusionierte Unternehmen entthront damit die bisherige Nummer eins, den US-Konzern Electronic Arts. "Wir wollen die Marge des Gewinns vor Zinsen und Steuern von derzeit 18,6 Prozent auf über 25 Prozent ab dem Jahr 2009 erhöhen“, meint ein Vivendi -Manager. Unter anderem soll Activision von der Stellung Vivedi Games in Asien profitieren.

Vivendi -Chef Jean-Bernard Lévy betonte "die hochgradig sich ergänzenden Geschäftsfelder.“ Vivendi Games ist dank des Erfolgs der Tochter Blizzard mit dem Spiel "World of Warcraft“ führend bei Online-Spielen. Weltweit spielen bereits über neun Millionen zahlende Abonnenten das Spiel. Dank des Erfolgs ist Vivendi Games der der am schnellsten wachsende Ge-schäftsbereich des Konzerns.

Activison ist dagegen ein Pionier der Konsole-Spiele und wurde im Jahr 1979 gegründet. Das US-Unternehmen ist einer der großen Autoren für Spiele für Konsolen wie Sony’s Playstation oder die X-Box von Microsoft und hat Verkaufsschlager wie das Kriegsspiel "Call of Duty“ oder das Musikspiel "Guitar Hero“ im Programm. Erst im November schraubte das Unternehmen seine Gewinn- und Umsatzprognose nach oben.

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