Milliardenmarkt Spielekonsolen
Killerspiel mit Killerprofit

Seit Monaten trommelte Microsoft mit einer Millionen teuren Marketingkampagne für sein Endzeitspektakel „Halo 3“. Am Dienstag kommt der dritte Teil der Erfolgsserie in den USA in die Läden, deutsche Konsolenhelden müssen sich noch einen Tag gedulden. Für Microsoft ist „Halo“ der wichtigste Titel des Jahres. Und der teuerste.

DÜSSELDORF. Es ist schon eine Weile her, dass Microsoft Freude an seiner Spielesparte hatte. Die erste Konsolengeneration kam nie auch nur in Sichtweite des Konkurrenten Sony. Beim zweiten Anlauf war Microsoft mit der Xbox 360 zwar als Erster auf dem Markt, doch auch hier blieb der Verkauf hinter den Erwartungen. Zuletzt schickten Kunden Geräte massenhaft zurück, weil ihre Konsolen den Hitzetod starben. Microsoft legte für Austausch und Reparatur 1,2 Milliarden Dollar beiseite. Erst heute bringt etwas Licht in Microsofts düstere Spielewelt: Halo 3.

Ein Killerspiel soll Halo 3 werden, und zwar gleich in doppelter Hinsicht: Einerseits sollen die Spieler nicht an Munition sparen, um die von Außerirdischen verwüstete Erde zu befreien. Hunderte, ja tausende von ekelhaften Monstern warten schon. Kopfschüsse zählen extra und können aufgezeichnet und im Internet getauscht werden. „Community Building“ nennt dies die Branche. „To make a killing“, heißt im Englischen aber noch etwas anderes: sich eine goldene Nase verdienen.

500 Mill.Dollar Gewinn – dies ist Summe, die Halo 3 nach Analystenschätzungen für den Hersteller Microsoft einspielen wird. Und das trotz gewaltiger Investitionen. Auf 25 bis 30 Mill. Dollar schätzt Piers Harding-Rolls vom Marktforschungsinstitut Screen Digest allein die Entwicklungskosten für Halo 3. Zusätzlich kommen fünf bis zehn Mill. Dollar für den Online-Teil des Spiels hinzu. Die meisten modernen Spiele bieten heute eine Welt, in der die Spieler eine bestimmte Geschichte erleben. Immer beliebter sind die Online-Versionen, in denen man gemeinsam mit anderen Spielern durch die Abenteuer streifen kann. Nach einhelliger Meinung der Spielegemeinde bricht Halo 3 hier alle Maßstäbe.

Die Branche rechnet daher damit, dass sich Halo 3 bis zu zehn Mill. Mal verkaufen könnte. Die Standardversion kostet 65 Euro, Luxusausgaben werden inklusive Kampfhelm für 150 Euro angeboten. Nach Abzug der Handelsspanne von bis zu 35 Prozent und sämtlicher Kosten könnte so für Microsoft unter dem Strich die halbe Milliarde Dollar übrig bleiben.

„Halo 3 ist für die Spielebranche, was Harry Potter oder Star Wars für die Buch- und Filmbranche sind“, sagt der Spieledesigner Michael Rueger. Dabei geht es um mehr als nur den Titel selbst. Stephan Brechtmann, Spielechef von Microsoft Deutschland: „Halo 3 kommt eine strategische Funktion zu, da der Titel es in der Hand hat, die Konsolenverkäufe anzukurbeln.“

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