Milliardenverlust
Vodafone muss reinen Tisch machen

Vodafone hat zwar im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn verbucht, den die Anleger durchaus zu schätzen wissen. Doch in Deutschland läuft das Geschäft ziemlich schlecht. So schlecht, dass die deutsche Tochter durch eine Wertberichtigung dem Gesamtkonzern einen Milliardenverlust beschert.

HB LONDON/DÜSSELDORF. Wertberichtigungen in Milliardenhöhe bei den Tochterunternehmen in Deutschland und Italien haben den weltgrößten Mobilfunkkonzern Vodafone in die roten Zahlen rutschen lassen. Insgesamt wies der Konzern in seiner am Dienstag in London vorgestellten Bilanz für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2006/2007 einen Verlust in Höhe von 7,6 Milliarden Euro aus.

Die Bilanzierungsstandards verlangen regelmäßig eine Neubewertung der Tochterunternehmen. Für die deutsche Tochter muss der Wert um 10 Milliarden Euro nach unten korrigiert werden. Grund dafür sind vor allem der harte Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und die Eingriffe des Regulierers. Der dadurch ausgelöste Preisverfall auf dem deutschen Markt trug wesentlich dazu bei, dass die Umsätze von Vodafone D2 zwischen April und September um 3 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro sanken und das Betriebsergebnis (Ebitda) sogar um knapp 7 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurückging.

Um trotz sinkender Mobilfunkpreise weiter wachsen zu können, will Vodafone in Deutschland jetzt vor allem auf den Ausbau der Datendienste und der Festnetzangebote seiner Tochter Arcor etwa für schnelle Internetzugänge via DSL forcieren. Der Umsatzanteil beider Produkte soll schon bald 10 Prozent erreichen.

Für den Weltkonzern liegen die Wachstumstreiber allerdings derzeitig in Schwellenländern und und den Vereinigten Staaten. „Der Druck durch Wettbewerb und Aufsichtsbehörden in Europa wurde durch starke Geschäfte in Schwellenländern und den USA wettgemacht“, sagte Vodafone-Chef Arun Sarin. Die florierenden Geschäfte dort bescherten dem Konzern trotz der Schwierigkeiten auf den gesättigten Märkten Europas eine Umsatzsteigerung von 7,2 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro sowie eine Verbesserung des Betriebsergebnisses (Ebitda) um 4,2 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro.

Analysten zeigten sich zufrieden mit der Gewinnentwicklung. „Allerdings ist die neue Abschreibung eine Überraschung“, sagte Damien Chew von ING. Vodafone bekräftigte seine Prognose für ein bereinigtes Umsatzwachstum von 5,0 bis 6,5 Prozent im Mobilfunkgeschäft im Gesamtjahr.

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