Mindestgebote von 60 Mill. Euro
Regulierer versteigert Funklizenzen

Nach der ertragreichen UMTS-Versteigerung vor einigen Jahren, beginnt am Dienstag die nächste Auktion: Die Bundesnetzagentur bietet Lizenzen für die Zukunftstechnologie „Wimax“ an, die drahtlosen Internetzugang ermöglicht. Unter 60 Mill. Euro werden keine Gebote angenommen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Bundesnetzagentur reibt sich jetzt noch die Hände: Bei der UMTS-Versteigerung erzielte sie Einnahmen von 50 Mrd. Euro. Die hohen Lizenzgebühren für die schnelle Mobilfunktechnologie war ein höchst willkommenes Zubrot für die chronisch knappen Kassen des deutschen Fiskus. Dienstag startet der Regulierer wieder eine Versteigerung einer vermeintlichen Zukunftstechnologie: Wimax, eine Funktechnik, die drahtlosen Internetzugang ermöglicht.

Hinter dem sperrigen Fachjargon „Worldwide Interoperability for Microwave Access“ verbirgt sich ein einfaches Konzept: Wimax-Antennen sollen die letzten Meter vom Kabelknotenpunkt in der Erde bis in die Haushalte per Funk überbrücken.

Die neue Technik ist billiger als der Bau eines herkömmlichen Festnetzes oder schneller Mobilfunkverbindungen. Branchenkenner geben an, dass eine Wimax-Antenne bis zu 90 Prozent weniger kostet als der Aufbau einer UMTS-Basisstation. Deshalb haben sich zunächst auch zahlreiche branchenfremde Unternehmen bei der Bundesnetzagentur für eine Lizenz beworben – sie wollten den etablierten Branchengrößen mit der neuen Funktechnik Paroli bieten und via Wimax den Einstieg in den margenträchtigen Telekommunikationsmarkt schaffen.

Über 100 Unternehmen hatten im Frühjahr bei der Bundesnetzagentur eine Wimax-Frequenz beantragt – darunter auch die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der das Handelsblatt gehört. Sie ist aber mittlerweile ebenso wie die meisten anderen Interessenten nicht mehr im Rennen. Nachdem sich die Bundesnetzagentur für eine Versteigerung entschieden hatte, blieben nur noch sechs Unternehmen übrig, die mitbieten.

Die Bundesnetzagentur erklärt das gesunkene Interesse damit dass, zum einen bei einer Auktion Kosten vorab anfallen. Zum anderen verknüpft der Regulierer die Frequenzvergabe mit der Verpflichtung, dass die Unternehmen bis Ende 2009 mindestens 15 Prozent aller Gemeinden in den Lizenzgebieten mit Wimax-Antennen versorgt haben.

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