Mittelstandsprodukt liegt im Zeitplan
SAP-Chef will sich nicht vom niedrigen Kurs hetzen lassen

Mit ruhiger Hand steuert der Softwarehersteller SAP durch das anhaltende Kurstief der Firmenaktie. Chef Henning Kagermann setzt die Prioritäten auf ein Mittelstandsprodukt, dass Firmen sich einfach aus dem Internet herunterladen können. Kritiker zweifeln dennoch.

WIEN. SAP-Chef Henning Kagermann fühlt sich trotz des seit einigen Monaten schwächelnden Aktienkurses nicht unter Druck. „Die Kapitalmärkte wissen zwar, dass wir Produkte erfolgreich auf den Markt bringen können. Bei unserer neuen Mittelstandssoftware geht es aber um ein komplett anderes Geschäftsmodell. Dass wir das schaffen, müssen wir nun beweisen“, sagte Kagermann am Rande der gestern gestarteten Kundenmesse Sapphire in Wien.

SAP will die Mittelstandslösung A1S Anfang 2008 anbieten. Sie ist auf kleine Firmen zugeschnitten, die bislang noch keine Standardsoftware haben. „Die Kunden können diese Software einfach aus dem Netz bekommen und sie sehr einfach installieren“, sagte Leo Apotheker, Vertriebsvorstand und Co-Vorstandssprecher.

Anbieter wie etwa Salesforce.com setzen das Modell seit einigen Jahren erfolgreich um. Eine Gefahr für ihr Geschäft sehen sie nicht. „Das komplexe Hybrid-Modell von SAP wird scheitern“, ist sich Lindsey Armstrong, President von Salesforce für die Region Europa, Mittlerer und Naher Osten sowie Afrika (EMEA), sicher. Sie verweist etwa auf den kulturellen Wandel, der für das neue Modell „Software aus dem Internet“ notwendig ist.

Das will Apotheker nicht gelten lassen. Im Gegensatz zu den bisherigen Angeboten von internetbasierter Firmensoftware sei A1S kein Nischenprodukt sondern eine vollwertige Lösung. Auch viele Analysten sind grundsätzlich davon überzeugt, dass SAP den richtigen Weg eingeschlagen hat. So geht die Gartner-Group davon aus, dass der Marktanteil von internetbasierter Firmensoftware von fünf Prozent im Jahr 2005 bis 2011 auf rund 25 Prozent steigen wird.

Gleichzeitig sind die Wachstumsaussichten von SAP im Stammgeschäft mit Großkunden begrenzt, da der Markt hier Sättigungserscheinungen zeigt. Die Walldorfer müssen also für Kundennachschub sorgen. Dass das gelingen wird, davon ist Kagermann fest überzeugt. Die langfristigen Wachstumsaussichten seien gut. „Ich glaube, dass wir eine ähnliche Welle sehen werden wie zu Beginn der 90er Jahre“, sagt er.

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