Mobilfunk-Dienstleister
Drillisch setzt nach Fusion auf Marke „1&1“

Mit der Marke „1&1“ will Drillisch weg vom Billig-Image. Das Unternehmen hat die Marke durch die Übernahme von United Internet erworben. Drillisch-Kunden müssen sich auf steigende Preise einstellen.
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FrankfurtMobilfunk-Kunden müssen nach der Übernahme des Mobilfunk-Dienstleisters Drillisch durch United Internet mit steigenden Preisen rechnen. Drillisch-Vorstandschef Vlasios Choulidis will weg vom Billig-Image und setzt dabei auf den Ruf der Marke „1&1“, die Drillisch von United Internet übernimmt. „1&1 wird unsere Premiummarke sein – auch in anderen Vertriebskanälen als bisher“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview. Bisher ist Drillisch vor allem mit Billigmarken wie „Simply“ bekannt. „Unsere Produkte werden qualitativ besser, und dementsprechend wird auch der Preis angepasst werden“, kündigte Choulidis an.

„Damit wird sich auch die Wahrnehmung verändern, dass Drillisch primär für das günstige Preissegment steht.“ An der Mehrmarken-Strategie will Choulidis grundsätzlich festhalten. „Wir werden die Marken insgesamt noch einmal anschauen. Dafür ist es jetzt aber noch zu früh.“

Mit einer komplexen Transaktion gibt United Internet seine Mobilfunk- und Festnetz-Tochter 1&1 an Drillisch ab, soll dort aber in zwei Stufen mit 72,7 Prozent größter Aktionär werden. Für den letzten Schritt braucht Choulidis das Ja der Aktionäre auf einer Hauptversammlung am 25. Juli und versucht derzeit, die Anleger von der Übernahme zu überzeugen. Es sei darum gegangen, die maximalen Synergieeffekte für die Aktionäre herauszuholen. „Der Mehrwert bleibt bei Drillisch. Eine andere Transaktions-Struktur hätte nur Reibungsverluste gegeben“, sagte er. „Von den Investoren bekommen wir ausgesprochen positive Resonanz.“ Daher sei er zuversichtlich, die Zustimmung der Hauptversammlung zu erhalten.

Drillisch werde durch das Bündnis mit 1&1 „auf Augenhöhe“ mit den drei Netzbetreibern O2, Telekom und Vodafone agieren. Zusammen kommen Drillisch und 1&1 auf zwölf Millionen Kunden. „Gleichzeitig haben wir das Potenzial, jedem Neueinsteiger die Stirn zu bieten“, sagte Choulidis. „Durch die Größe, die wir erreichen, können wir Vorleistungen und Handys zu attraktiveren Konditionen beschaffen als wir das alleine gekonnt hätten.“

Das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt setzt darauf, mit den 1&1-Kunden die Netzkapazitäten besser auslasten zu können, die Drillisch von Telefonica Deutschland („O2“) gekauft hat. „Wir haben einen sehr guten Vertrag mit O2. Wir werden uns auf das O2-Netz fokussieren“, sagte Choulidis. Das Mobilfunknetz von O2 gilt bei vielen Kunden aber als löchrig. „Das Netz wird sukzessive besser“, sagte Choulidis. „O2 investiert sehr viel in das Netz und wird das weiterhin tun.“ Jene Drillisch-Kunden, die lieber im Vodafone-Mobilfunknetz telefonieren, sollen das aber auch künftig können. Mit der Telekom, die sich von Drillisch vor Jahren getrennt hatte, will Choulidis nicht wieder ins Geschäft kommen. „Ich sehe den Vorteil nicht, den wir aus einem neuen Vertrag mit der Telekom hätten. Wir wollen uns da auch nicht verzetteln.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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