Musikkonzern schockt Märkte mit Gewinnwarnung
Analysten rechnen bei EMI mit dem Schlimmsten

Der weltweit drittgrößte Musikkonzern EMI eine Umsatz- und Gewinnwarnung herausgegeben. Damit hat das britische Unternahmen die Märkte geschockt und die eigenen Aktien auf Talfahrt geschickt.

HB LONDON. Wie die Plattenfirma von Stars wie Robbie Williams am Mittwoch mitteilte, wird das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März voraussichtlich erheblich hinter den Markterwartungen zurückbleiben. In der CD-Sparte, die unter Konkurrenz durch Downloads im Internet leidet, dürfte der Umsatz demnach bereinigt um Währungseffekte um 15 Prozent einbrechen.

Der weltweit drittgrößte Musikkonzern hatte bereits im vergangenen Monat eine Gewinnwarnung herausgegeben und einen Rückgang im Musikgeschäft von sechs bis zehn Prozent vorausgesagt. Nach einem schlechter als erwartet ausgefallenen Weihnachtsgeschäft zog der Konzern zudem personelle Konsequenzen und wechselte Manager aus. Darüber hinaus wurde ein Sparprogramm aufgelegt. Hier sieht sich EMI indes auf gutem Weg: Das angepeilte Einsparziel von 110 Mill. Pfund werde voraussichtlich rechtzeitig und in vollem Umfang erreicht.

Die Märkte straften die Aktie nach der erneuten Hiobsbotschaft aus dem Hause EMI nun erneut ab: Das Papier brach um 13 Prozent ein und notierte zeitweilig mit 207 Pence so niedrig wie seit 16 Monaten nicht mehr. „Das ist eine gravierende Gewinnwarnung“, sagte Analyst Paul Richards von Numis. Laut Konzernmitteilung geht es besonders mit den Marktbedingungen in Nordamerika im laufenden Kalenderjahr rasch bergab. Das Plattengeschäft sei laut Marktforschungsinstitut Soudscan um 20 Prozent zurückgegangen.

Experten hatten bislang einen Vorsteuergewinn von 202,2 Mill. Dollar vor Sonderposten erwartet. Nach der Gewinnwarnung gehen Analysten nun vom Schlimmsten aus: „Das wird sie in eine potenziell gefährliche finanzielle Lage bringen. Da brauchen sie verständnisvolle Banken“, sagte Analyst Anthony de Larrinaga von SG Securities.

Das in der Branche enorm wichtige Weihnachtsgeschäft hatte sich für den Musikverlag als herbe Enttäuschung erwiesen: Hoffnungen auf potenzielle Bestseller-Alben wie „Rudebox“ von Robbie Williams oder das Beatles-Album „Love“ erfüllten sich nicht.

Der Konzern hatte bereits am 12. Januar nach dem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft die Chefs der Musiksparte entlassen und ein neues Sparprogramm angekündigt. Es soll bis zu 110 Million Pfund (166,4 Mill. Euro) pro Jahr bringen. Die Führung des Musikbereiches übernahm Konzernchef Eric Nicoli selbst. Alain Levy, Musikchef seit 2001, und sein Vize David Munns mussten das Unternehmen verlassen.

Die Einsparungen sollen größtenteils aus der Streichung von Fixkosten vor allem bei EMI Music und zu einem geringeren Anteil beim Musikverlag EMI Music Publishing kommen, hieß es im Januar. Das volle Volumen von 110 Millionen Pfund solle im Geschäftsjahr bis 31. März 2009 erreicht werden.

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